Land Steiermark zeichnet vorbildlichen Einsatz für wertvolle Naturräume aus
Peter Droschl, Johann Pucher und Anja Steiner erhalten den Landespreis für naturverbundene Lebensräume 2026.



Graz (17. Juli 2026).- Artenreiche Wiesen, Streuobstbestände, Moore und andere naturnahe Lebensräume sind ein wichtiger Teil der steirischen Kulturlandschaft. Sie bieten seltenen Pflanzen und Tieren Rückzugsräume, stärken die biologische Vielfalt und prägen das Landschaftsbild in den Regionen. Mit dem „Landespreis für naturverbundene Lebensräume“ würdigt das Land Steiermark auch heuer wieder Menschen, die solche wertvollen Flächen mit großem Einsatz erhalten und pflegen.
Der Landespreis ist Teil des Landesvertragsnaturschutzes Steiermark. Ziel dieses Programms ist es, artenreiche und ökologisch bedeutende Lebensräume zu sichern, weiterzuentwickeln und besser miteinander zu vernetzen. Die Teilnahme erfolgt freiwillig. Grundeigentümer und Bewirtschafter verpflichten sich dabei, vereinbarte Pflegemaßnahmen und Bewirtschaftungsauflagen einzuhalten. Dazu zählen etwa eine angepasste Mahd, der Verzicht auf Düngung oder chemische Pflanzenschutzmittel sowie die Erhaltung wertvoller Strukturen wie Hecken, Streuobstbestände oder Feuchtflächen.
„Naturschutz gelingt dort am besten, wo Menschen Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen. Genau diese Leistung wollen wir mit dem Landespreis sichtbar machen. Unsere Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass gelebter Naturschutz nicht abstrakt ist, sondern direkt auf den Flächen entsteht. Mit Expertise, Ausdauer und viel persönlichem Einsatz wird der Naturschutz lebendig“, betont Naturschutzlandesrat Hannes Amesbauer.
Auch heuer wurden drei Preisträger ausgezeichnet. Sie erhielten jeweils eine Urkunde sowie einen Geldpreis in Höhe von 2.000 Euro.
Die Preisträger:
- Peter Droschl aus Graz, Fläche in Heimschuh, Bezirk Leibnitz
Dr. Peter Droschl wurde für die langjährige Pflege einer außergewöhnlich artenreichen Magerwiese am Fastlkogel in der Gemeinde Heimschuh ausgezeichnet. Die rund 5.400 Quadratmeter große Fläche liegt auf etwa 400 Metern Seehöhe im Europaschutzgebiet Demmerkogel-Südhänge. Sie ist Teil einer vielfältigen Kulturlandschaft, die durch das Zusammenspiel von Magerwiese, Streuobstbestand, Hausgarten und umgebendem Wald geprägt wird. Auf dem nährstoffarmen, basenreichen Boden gedeihen zahlreiche für diesen Lebensraum typische Pflanzenarten. Zur Hauptblüte bestimmen unter anderem Wiesensalbei, Margerite, Wiesen-Bocksbart und Karthäuser-Nelke das farbenreiche Erscheinungsbild der Wiese. Gemeinsam mit verschiedenen Gräserarten bilden sie einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Insekten, Spinnen, Singvögel und Kleinsäuger. Durch die konsequente und fachgerechte Bewirtschaftung der Fläche konnte die Artenzusammensetzung nachweislich verbessert werden. Der Einsatz von Peter Droschl trägt damit wesentlich zur Erhaltung einer sogenannten „Mageren Flachland-Mähwiese“ bei, die nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie besonders geschützt ist. - Johann Pucher aus Stainz, Fläche in Wettmannstätten, Bezirk Deutschlandsberg
Johann Pucher erhielt den Landespreis für eine wertvolle Streuobstwiese am südlichen Rand des landwirtschaftlich intensiv genutzten Lassnitztales. Die Fläche befindet sich auf einem frischen, nährstoffarmen Standort und weist für dieses Gebiet eine überdurchschnittliche Artenausstattung auf. Durch die Geländeneigung und den vorhandenen Streuobstbestand ist die Bewirtschaftung teilweise nur händisch möglich. Gerade dieser Mehraufwand trägt dazu bei, die ökologische Qualität der Fläche zu erhalten. Streuobstwiese und Anwesen bilden gemeinsam eine landschaftsprägende Einheit und zeigen, wie naturnahe Bewirtschaftung und traditionelles Landschaftsbild miteinander verbunden werden können. - Anja Steiner aus Oberwölz, Bezirk Murau
Anja Steiner wurde für die Erhaltung eines wertvollen Moorlebensraumes im Bereich Schönberg-Lachtal ausgezeichnet. Die Fläche wurde bereits vor mehr als 30 Jahren von ihren Eltern in das damalige Biotoperhaltungsprogramm des Landes eingebracht und wird heute im Rahmen des Landesvertragsnaturschutzes weitergeführt. Das Gebiet ist im Österreichischen Moorschutzkatalog als „Moos am Gellsee“ ausgewiesen. Es beherbergt unter anderem Torfmoose, Sumpf-Reitgras und Waldbinsenhorste. Auch Amphibien wie Grasfrosch und Erdkröte finden dort ihren Lebensraum. Darüber hinaus erfüllt das Moor wichtige Funktionen, wie etwa für den Hochwasserschutz. Es nimmt Regenwasser wie ein Schwamm auf und gibt es verzögert an die umliegenden Täler ab. Dadurch können Hochwasserspitzen abgeschwächt und der natürliche Wasserhaushalt gestärkt werden.
„Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig Naturschutz in der Praxis ist. Ob Magerwiese, Streuobstwiese oder Moorfläche, jeder dieser Lebensräume erfüllt eine besondere Aufgabe für Tiere, Pflanzen, Wasserhaushalt und Landschaftsbild. Ich danke den diesjährigen Preisträgern für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, diese wertvollen Flächen auch für kommende Generationen zu bewahren“, so Landesrat Amesbauer abschließend.
Weitere Informationen zum Landesvertragsnaturschutz finden Sie unter:
www.naturschutz.steiermark.at
Rückfragehinweis:
Marco Sterk | Büro Landesrat Amesbauer | Mobil: +43 676 8666 6753
Tel. +43 (316) 877 6753 | E-Mail: marco.sterk@stmk.gv.at
Graz, am 17. Juli 2026
Kommunikation Land Steiermark-Aussendungen unter E-Mail: kommunikation@stmk.gv.at
zur Verfügung.
