Mehr Sicherheit auf steirischen Straßen für Mensch und Tier
Projekt „Wildtierschutz & Verkehrssicherheit “ wurde im Rahmen der gestrigen Regierungssitzung bis 2031 abgesichert
Graz (29. Mai 2026).- Auf Österreichs Straßen fallen jährlich rund 70.000 Wildtiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Im Zusammenspiel mit diesen Wildunfällen wurden 2024 zudem aber auch 374 Personen verletzt. Anders ausgedrückt: Alle acht Minuten stirbt auf Österreichs Straßen ein Wildtier und täglich wird eine Person verletzt. Wildunfälle gehören deshalb nach wie vor zu den unterschätzten Risiken auf unseren Straßen. Was sich in Sekundenbruchteilen ereignet, endet nicht selten dramatisch für Mensch und Tier.
Gezielte Maßnahmen für mehr Sicherheit und weniger Tierleid zeigen klare Wirkung
Genau hier setzt das steirische Projekt „Wildtierschutz & Verkehrssicherheit” an. Im Zentrum steht die Identifikation von Unfall-Hotspots auf Basis von Wildunfalldaten. Entsprechende Straßenabschnitte werden gezielt mit modernen Präventionsmaßnahmen ausgestattet. Dazu zählen insbesondere optische und akustische Wildwarnsysteme sowie ergänzende Sicherheitsmaßnahmen wie olfaktorische Duftstoffe. So sollen Wildtiere gewarnt und letztlich geschützt werden.
Seit dem Start des Projekts wurden bereits mehrere hundert steirische Jagdreviere eingebunden und tausende Warnsysteme entlang gefährdeter Strecken installiert. Mit Stand Dezember 2025 unterstützen 291 aktive Jagdreviere steiermarkweit das Projekt. Aktuell sind dadurch rund 830 Kilometer Landesstraßen sowie weitere 33 Kilometer Gemeindestraßen abgesichert.
Die Wirkung ist klar nachweisbar. Je nach eingesetzter Technologie konnten die Wildunfälle auf diesen Strecken deutlich reduziert werden, in einzelnen Bereichen um bis zu 70 Prozent. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird das Projekt nun im „Praxismodul 3” bis 2031 mit dem Ziel weitergeführt, weitere Gefahrenstellen zu entschärfen und die Verkehrssicherheit für Mensch und Tier kontinuierlich zu erhöhen.
Win-Win für Verkehrssicherheit, Tierschutz und Wirtschaft
Neben Personenschäden und erheblichem Tierleid entstehen auch hohe wirtschaftliche Kosten. Der durchschnittliche Schaden pro Unfall liegt mittlerweile bei rund 3.500 bis 4.000 Euro. Auf Basis der bisherigen Ergebnisse ist davon auszugehen, dass durch die gesetzten Maßnahmen bereits tausende Unfälle verhindert werden konnten und damit auch unzählige Tierleben gerettet wurden.
Landesrat Hannes Amesbauer betont den vielfachen Nutzen der gemeinsamen Initiative: „Jeder verhinderte Wildunfall ist ein Gewinn für Mensch und Tier. Mit der erfolgreichen Fortsetzung des Projekts reduzieren wir Leid, schützen Leben und sorgen gleichzeitig für mehr Sicherheit auf unseren Straßen. Dass wir das Vorhaben in der Regierungssitzung bis 2031 absichern konnten, ist ein wichtiger Schritt. Er schafft die notwendige Planungssicherheit und ermöglicht den kontinuierlichen Ausbau für mehr Sicherheit.”
Auch Landesrätin Claudia Holzer unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Mit der Verlängerung dieses Projekts wird eine Erfolgsgeschichte für die kommenden fünf Jahre fortgeschrieben. Die Steiermark ist nicht nur ein Flächenbundesland, sondern mit über 60 Prozent Waldanteil auch das waldreichste Bundesland Österreichs. Seine Verkehrsadern, die sowohl für die Wirtschaft als auch für die Steirer im Alltag unverzichtbar sind, kreuzen dementsprechend häufig die Lebensräume von Wildtieren. Die Fortführung von ‚Wildtierschutz & Verkehrssicherheit‘ ist daher ein wichtiger Schritt hin zu noch mehr Verkehrssicherheit in der Grünen Mark.”
„Jeder vermiedene Wildunfall ist aktiver Wildtierschutz und ein Gewinn für die Sicherheit auf unseren Straßen. Die Jägerinnen und Jäger in den Revieren und ihr Know-how sind das Rückgrat des Projektes ‚Wildtierschutz & Verkehrssicherheit‘. Die bisherigen Erfolge mit einem bis zu 70-prozentigen Rückgang der Wildunfälle sprechen eine klare Sprache, davon profitieren Wildtiere genauso wie alle, die auf den steirischen Straßen unterwegs sind. Als Landesjägermeister bin ich stolz auf die Leistungen der steirischen Jägerinnen und Jäger, die den Schutz unserer Natur leben. Die Verlängerung bis 2031 ist daher ein starkes Signal: Für gelebte Verantwortung im Umgang mit unserer Natur, für weniger Leid unter den Wildtieren und für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Gerade jetzt in der Setzzeit ist jedes Rehkitz, das hilflos verhungert, weil die Rehgais tot am Straßenrand liegt, eine stille Tragödie, die wir gemeinsam vermeiden wollen”, so Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau.
Erfolgsmodell bis 2031 gesichert
Die Projektkosten trägt das Land Steiermark unter finanzieller Beteiligung durch die steirische Landesjägerschaft. Die Kosten für die Durchführung des Projekts belaufen sich auf insgesamt 66.600 Euro pro Jahr. Das Land Steiermark fördert das Projekt mit Mitteln des Tierschutzressorts und der Verkehrssicherheit zu jeweils 22.200 Euro pro Jahr bis 2031. Das restliche Drittel stellt die steirische Landesjägerschaft. Die Finanzierung der für die Straßenausrüstung notwendigen optischen und akustischen Wildwarnreflektoren und Wildwarngeräte sowie Begleitmaßnahmen erfolgen über den Straßenerhaltungsdienst, die steirische Landesjägerschaft und die jeweiligen Jagdreviere. Mit dem gegenständlichen Regierungsbeschluss wurde die im August 2025 unterzeichnete Absichtserklärung aller Projektteilnehmer umgesetzt.
Rückfragehinweis:
Marco Sterk | Büro Landesrat Amesbauer | Mobil: +43 676 8666 6753
Tel. +43 (316) 877 6753 | E-Mail: marco.sterk@stmk.gv.at
Andreas Kreminger | Büro Landesrätin Holzer | Mobil: +43 676 8666 2169
Tel. +43 (316) 877 2169 | E-Mail: andreas.kreminger@stmk.gv.at
Graz, am 29. Mai 2026
Thomas Bauer unter Tel.: +43 (316) 877-5854, bzw. Mobil: +43 (676) 86665854 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: thomas.bauer@stmk.gv.at zur Verfügung.
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