FairYoungStyria-Preise 2025/26 für Schulprojekte über den "Tellerrand hinaus"
LH-Stv. Manuela Khom prämierte bei einer feierlichen Preisverleihung in der Grazer Burg Schülerinnen und Schüler für Initiativen mit Weitblick.












Graz (12. Februar 2026).- Aktuelle Probleme und Herausforderungen machen vor keinen Landesgrenzen Halt, sie erfordern vielmehr die Zusammenarbeit über Kontinente hinweg: Vor diesem Hintergrund der Globalisierung lädt daher das Land Steiermark mit der FairStyria-Bildungsoffensive und dem FairYoungSytria-Preis Schulklassen und Schulgruppen ein, ihre Ideen zum „Globalen Lernen“ in Projekte umzusetzen. Gestern, Mittwoch (11. Februar 2026), wurden wie in den vergangenen Jahren die von einer hochkarätigen Jury prämierten Ideen im Weißen Saal der Grazer Burg präsentiert und die Preisträgerinnen und Preisträger von Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom ausgezeichnet.
Für jedes der zehn ausgezeichneten Projekte gibt es 500 Euro, die zur Umsetzung verwendet werden. Die eingereichten Projekte müssen jedenfalls einen Bezug zur Lebensrealität der Menschen im globalen Süden aufweisen und thematisch mit jener von Kindern und Jugendlichen in der Steiermark verknüpft werden. Damit soll die wechselseitige Auswirkung von Ereignissen und Verhaltensweisen im globalen Kontext aufgezeigt werden.
Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom gratulierte den ausgezeichneten Schülerinnen und Schülern sowie Pädagoginnen und Pädagogen zu ihrem Problembewusstsein und zu ihren Lösungsvorschlägen: „Ihr seid echte Vorbilder und Mutmacher für eine Welt, die mehr denn je intensive Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung braucht. Und ihr zeigt, dass man über den Tellerrand hinausblicken und hinausdenken muss, um die Herausforderungen der Gegenwart bewältigen zu können.“ Weiter führte Khom aus, dass die Steiermark mit ihrem internationalen Engagement sich nicht innerhalb ihrer Landesgrenzen verstecken dürfe. Man müsse den Blick auf das große Ganze im Auge behalten, „wenn und weil wir in einer vernetzten Welt gut leben wollen“.
FairYoungStyria-Preisträger-Projekte 2025/2026 im Portrait:
- Die Kroki-Schule Krottendorf-Gaisfeld wurde für das Projekt „Kleidung mit Geschichte“ ausgezeichnet, das sich mit den Produktionsbedingungen von Kleidung, Lieferketten und Konsumverhalten beschäftigt. Angesprochen werden u.a. faire bzw. unfaire Arbeitsbedingungen, Fragen der Nachhaltigkeit und Selbstwirksamkeit. Eingebunden sind in das Projekt das UBZ Graz, Carla und Weltladen Voitsberg.
- Die UNESCO-Volksschule Eisteich erforscht Fragen rund um Kakao, Schokolade und fairen Handel. Gezielt lernen die Schülerinnen und Schüler über Zutaten, Herkunft und Produktionswege, vom Anbau über Ernte und Transport bis zur Verarbeitung. Das Theaterstück „Das Schokoladen-Abenteuer von Bohna und Bohni“ wurde einstudiert. Kooperationen bestehen mit der Schokoladenmanufaktur Zotter, durch Workshops mit Südwind und soziale Projekte mit der Caritas und dem Flüchtlingsquartier St. Peter.
- Das Projekt der Praxisvolksschule PPH Augustinum verdeutlicht die Bedeutung von Wasser. Schülerinnen und Schüler lernen verantwortungsvoll mit dieser wertvollen Ressource umzugehen und globale und regionale Zusammenhänge zu verstehen. Der Lebensweltenvergleich stellt Österreich einigen Ländern Afrikas gegenüber und fragt nach der Bedeutung von Wasser in der Lebensrealität von Kindern im globalen Süden. Das Lernen erfolgt im Rahmen von Workshops, eines Kurzfilms und der Weitergabe von Wissen während eines Marktplatzes. Die Praxisvolksschule kooperiert mit Südwind Steiermark.
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Das Projekt „Was steckt in meiner Schokolade?“ der MS Bruck an der Mur setzt sich mit der globalen Wertschöpfungskette von Kakao auseinander und verbindet Konsum in der Steiermark mit Lebens- und Arbeitsrealitäten in Ländern des globalen Südens, z. B. Westafrika und Lateinamerika. Eine der Aktivitäten ist ein „Supermarkt-Check“: Schülerinnen und Schüler analysieren Schokoladen nach Herkunftsländern, Qualitätssiegeln, Marken und Preisunterschieden. Auch eine Schokoladenmanufaktur wird besucht. Eine einfache Klassenschokolade soll hergestellt werden.
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Das Gymnasium/ORG Ursulinen wurde für „Abêlana – miteinander teilen“, ein Projekt für Kinder der San, einer indigenen Volksgruppe in Botswana, ausgezeichnet. Schon seit 2009 besteht eine Verbindung zwischen dem Gymnasium und den San in Serowe. Die Schülerinnen und Schüler der 4AC setzen sich mit Botswana und der Gruppe der San auseinander und erstellen Informationsbroschüren für alle Klassen des Gymnasiums sowie auch für die Volksschule der Ursulinen. Geografie, Geschichte, Religion und Politische Bildung sind eingebunden, im Englischunterricht wird mit Jugendlichen in Botswana kommuniziert, u.a. über WhatsApp und Videos.
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„Stories for a better tomorrow“ ist der Titel des ausgezeichneten Projektes des BG/BRG Gleisdorf, konkret der 7ABC BUSE: Die Schülerinnen und Schüler erstellten ein englischsprachiges Kinderbuch mit „Warum-Geschichten“. Sie erklären globale Zusammenhänge in kindgerechter, narrativer Form. Die Texte beschäftigen sich mit Themen wie globalen Ungleichheiten, Rohstoffen, Produktionsketten und Ernährung. Beispiele für Erzählungen sind „Benny Banana's Trip to Austria“, das den Weg einer Banane von der Plantage bis zum österreichischen Supermarkt beschreibt.
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Die 1C des BG/BRG Lichtenfels wurde für „BRIDGE – Building Relationships in Diverse Global Education“ prämiert. Die Kinder gestalteten einen zweisprachigen Kalender sowie eine Präsentation aller Beiträge in einer „Galerie der zwei Welten“, die den Dialog zwischen Österreich und Peru sichtbar machen und stärken soll. Durch den Verkauf des Kalenders soll die Solidarität mit Peru erfahrbar gemacht werden. Dieses Projekt wird in Kooperation mit der Organisation AufwindPeru durchgeführt. 50 Prozent der Einnahmen aus dem Kalenderverkauf gehen als Spende an AufwindPeru und 50 Prozent werden für weitere Projekte am BRG Lichtenfels verwendet.
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Ausgezeichnet wurde das BG/BRG/BORG HIB Liebenau-GPB für das Projekt „Bürgerkrieg im Sudan – Warum schaut die Welt weg?“, das erstmals in der Geschichte des FairYoungStyria-Preises einen aktuellen Krieg thematisiert. Ausgangspunkt war das Massaker in Al-Fashir im November 2025. Im Wintersemester entstand ein Podcast, in dem Fragen zum Bürgerkrieg im Sudan, zur humanitären Lage und zur Situation der Zivilbevölkerung behandelt wurden. Das Projekt stellt im Sommersemester die Frage nach dem Umgang mit diesem Konflikt und die Entwicklung der Behandlung in den Medien. Konkret wird ein zweiter Podcast gestaltet. Dieser Podcast wird der Schulgemeinschaft vorgestellt, aber auch der Öffentlichkeit präsentiert.
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Die HTL Weiz - Medientechnikgruppe wird für „Tomorrow starts local“, eine Nachhaltigkeitsdokumentation, prämiert. Vor die Kamera werden Menschen und Initiativen geholt, die Nachhaltigkeit in Weiz täglich leben. Die Doku legt den Fokus auf die Bereiche Ernährung und Lebensmittel, Kleidung sowie Reparatur und Re-use. Das Hauptergebnis des Projektes ist die Dokumentation selbst, aber auch begleitende und reflektierende Diplomarbeiten sollen dabei entstehen. Workshops mit Welthaus Graz und dem Klimabündnis sind Teil des Projektes.
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Die LBS Bad Radkersburg-3c-AH erhält den Preis für „Scent of Solidarity – Düfte verbinden Frauen“ weltweit. Das Projekt verbindet die Geschichte bedeutender Kosmetikpionierinnen mit aktuellen Fragen globaler Nachhaltigkeit. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Duft- und Kosmetikrohstoffe aus der Karibik, die zeigen, wie Schönheit Verantwortung übernehmen kann. Es entsteht eine interaktive Pop-up-Ausstellung, die an der Schule und anderen Bildungseinrichtungen, etwa dem Schloss Retzhof, gezeigt wird. Die Teilnehmenden erstellen die Ausstellung selbst, vom Storyboard über Lernposter und Infografiken bis hin zu Interviews. Bei einem nachhaltigen Verkaufstag werden das Wissen unmittelbar erprobt und die Beratungskompetenz gestärkt.
Die FairYoungStyria-Preise wurden im vergangenen Herbst bereits zum vierten Mal ausgeschrieben. Die Ausschreibung richtete sich an alle steirischen Schulen der Primar- und Sekundarstufe I und II. Die Preise sind Teil der FairSytria-Bildungsoffensive des Landes Steiermark für globale Verantwortung. Die Preisträgerprojekte werden am 24. Juni 2026, dem FairStyria-Tag, dem jährlichen Informationstag für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Steiermark, im Grazer Joanneumsviertel der Öffentlichkeit vorgestellt.
Graz, 12. Februar 2026
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