Geburtenboom im zweiten Corona-Jahr

Statistik des Landes belegt Auswirkungen der Pandemie auf die natürliche Bevölkerungsbewegung. Marie bzw. Jonas und Paul sind die beliebtesten Vornamen der Steiermark:

Graz (28. November 2022).- Der aktuelle Bericht der Landesstatistik Steiermark liefert zum zweiten Mal Daten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die natürliche Bevölkerungsbewegung. So ging die Gesamtsterblichkeit nach dem markanten Anstieg 2020 im Jahr 2021 wieder deutlich zurück, einen Rückgang gab es auch bei den Scheidungszahlen, während die Geburtenzahl auf den zweithöchsten Wert seit 1998 anstieg. Bei der Vornamenstatistik eroberte Marie erneut Platz 1 bei den beliebtesten Mädchenvornamen. Bei den Buben führen nun Jonas und Paul die Liste an.

Auch das Jahr 2021 war geprägt von der Corona-Pandemie, die sich wie 2020 deutlich auf die natürliche Bevölkerungsbewegung ausgewirkt hat. Laut dem aktuellen Bericht der Landesstatistik Steiermark erkennt man dies nicht nur an der trotz Rückgangs weiterhin hohen Zahl an Sterbefällen, sondern auch am weiteren beachtlichen Rückgang der Scheidungszahlen sowie den anhaltend niedrigen Heiratszahlen. Die genau 1.956 Scheidungen im Jahr 2021 waren um -2,4 Prozent weniger als 2020 und damit die niedrigste Zahl seit 1989, auch die Gesamtscheidungsrate ist seit dem Höhepunkt im Jahr 2007 mit 47,5 Prozent weiter auf nun nur mehr 34,4 Prozent gesunken. Bei fast der Hälfte der Scheidungen (46,7 Prozent) hielt die Ehe keine zehn Jahre. Die längste Ehe, die 2021 geschieden wurde, hatte einen Bestand von 55 Jahren. Die Anzahl der Eheschließungen ist 2021 zwar nur um 0,3 Prozent gesunken, der Eheschließungsboom der Vor-Corona-Jahre ist damit aber weiterhin unterbrochen.

Martin Mayer, Leiter des Referats Statistik und Geoinformation der Abteilung 17 betont: „Die Eheschließungsziffer befindet sich weiterhin auf dem vergleichsweise niedrigen Stand von 4,6 Ehen pro 1.000 Einwohner, 2019 waren es noch 5,2. Die jüngste Braut war 2021 17 Jahre alt, der jüngste Bräutigam 18, die älteste Braut 86, der älteste Bräutigam 92. Die größten Altersunterschiede gab es mit 43 (er 72, sie 29) bzw. 31 Jahren (er 28, sie 59). Nach wie vor gilt unter Beibehaltung der derzeitigen altersspezifischen Erstheiratshäufigkeiten, dass nur etwas mehr als die Hälfte der steirischen Frauen bzw. rund die Hälfte der Männer jemals heiraten.”

Marie bzw. Jonas und Paul sind die beliebtesten Vornamen
Ebenfalls in dieser Statistik enthalten ist eine Auflistung der beliebtesten Vornamen. So wie im Vorjahr führt Marie – gefolgt von Mia und Emilia – bei den Mädchennamen die Liste an. Sie befand sich in drei weiteren Bundesländern ebenfalls an erster Stelle und war somit die Gesamtsiegerin der beliebtesten Mädchennamen österreichweit. Bei den Buben blieb der Name Paul – diesmal ex aequo mit Jonas – auf dem ersten Platz, knapp gefolgt vom Aufsteiger Tobias und von Jakob. Ausgewertet wurden auch Namen, die nur einmal oder kaum vergeben wurden. Hierzu zählten bei den Buben beispielsweise Achilles, Chibuzo, Goodluck, Harkeerat oder Vincentius sowie Mädchennamen wie Asia, Crystabel, Joy, Rivana, Sweekruti, Thalia oder Zofka.

Weiterhin jeder 12. Todesfall durch COVID-19
Im Jahr 2021 gab es zwar einen deutlichen Rückgang der Sterbefälle um 6,3 Prozent gegenüber 2020, das Niveau war aber trotzdem noch immer höher als vor der Pandemie. Es wurden insgesamt 13.532 Sterbefälle gezählt, 1.135 Personen (wie 2020 genau 8,4 Prozent aller Fälle) starben am Coronavirus, das ist somit weiterhin jeder 12. Sterbefall. Die anteilig meisten Corona-Todesfälle verzeichnete 2021 Deutschlandsberg, jeder 9. Todesfall ist in diesem Bezirk auf COVID-19 zurückzuführen.

Kluft zwischen Leben und Tod wird wieder etwas kleiner
Deutlich angestiegen ist 2021 die Zahl der Geburten, die damit den zweithöchsten Wert seit 1998 erreicht. Im Jahr 2021 wurden mit genau 11.357 um 424 beziehungsweise +3,9 Prozent mehr Kinder als im Vorjahr geboren, die Zahl der Geburten pro Frau erhöhte sich auch stark von 1,41 auf 1,47. Die jüngste Mutter war 2021 15 Jahre alt, die älteste über 52, eine 40-Jährige brachte bereits ihr 10. Kind zur Welt.

Durch die Entwicklung der Geburten- und Sterbezahl hat sich das Geburtendefizit gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich reduziert, und zwar von -3.516 auf nun -2.175. Das ist aber trotzdem der nach 2020 zweithöchste Wert seit dem 2. Weltkrieg.

Den gesamten Bericht der Landesstatistik finden Sie  hier.

Graz, am 28. November 2022

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