Gender Pay Gap: Einkommen der Steirerinnen steigt stärker als jenes der Steirer

LR Ursula Lackner und LR Barbara Eibinger-Miedl (v.l.)
LR Ursula Lackner und LR Barbara Eibinger-Miedl (v.l.)© Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (7. März 2022).- Anlässlich des morgigen internationalen Frauentags präsentiert die Landesstatistik die aktuelle
Einkommensentwicklung. Diese zeigt, dass im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2019 der jährliche Brutto-Jahresbezug der Steirerinnen ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit um 3,3 Prozent auf 26.396 Euro brutto gestiegen ist. Da der Anstieg höher als bei den Männern war, verringert sich die jährliche geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz um 219 Euro. 

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl betont: „Die Entwicklung beim Einkommen und das langsame, aber stetige Schließen des Gender Pay Gaps ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein zentraler Baustein dabei ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Über die SFG unterstützten wir daher in den vergangenen Jahren gezielt Unternehmen bei der Schaffung einer familienfreundlichen Umgebung. Mit Programmen wie Gründerinnen-Coachings oder Aufsichtsrätinnen-Schulungen wollen wir Frauen in der Steiermark zudem ermutigen, ihre Chancen in der Wirtschaft zu ergreifen und auch bei der Berufsorientierung setzen wir insbesondere bei den Mädchen an und zeigen ihnen die Fülle von Möglichkeiten auf."

Landesrätin Ursula Lackner weist darauf hin, dass das Aufbrechen der geschlechterorientierten Berufswahl auch entscheidend für die Gleichstellung der Frauen ist - und damit für mehr Gerechtigkeit. „Männerdominierte Branchen sind meist besser bezahlt und bieten dort tätigen Frauen damit mehr Unabhängigkeit. Entscheidend für die Wahl eines Berufes und der weiteren Ausbildung soll nicht das Geschlecht sein. Was zählt, sind die persönlichen Interessen, die eigenen Talente und Fähigkeiten und die Visionen, die sich mit dem jeweiligen Beruf verbinden lassen. Genauso entscheidend ist auch das Wissen, welche Berufe und Ausbildungen es gibt und wie die Arbeit in der Praxis aussieht. Das können Mädchen beispielsweise am jährlich stattfindenden Girls‘ Day hautnah erfahren, wenn sie in den steirischen Betrieben in ihre möglichen künftigen Berufe hineinschnuppern können."

Laut der Lohnsteuerstatistik lag der durchschnittliche jährliche Brutto-Jahresbezug 2020 bei einer unselbstständig tätigen Person in der Steiermark bei 34.379 Euro. Das ist ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So wie im Jahr zuvor stieg das Einkommen der Frauen stärker als das der Männer. Durchschnittlich verdiente eine Frau ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit in diesem Jahr 26.396 Euro brutto und somit um 3,3 Prozent mehr als gegenüber 2019. Bei den Männern stieg der jährliche Verdienst ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit um 1,5 Prozent auf 41.337 Euro brutto. 

„Gender Pay Gap": Jährliche Einkommensdifferenz um 219 Euro gesunken
Vergleicht man das jährliche Brutto-Einkommen zwischen Frauen und Männern pro Kopf (ohne Trennung in Voll- und Teilzeit), dann zeigt sich, dass die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz oder der sogenannte Gender Pay Gap gegenüber 2019 um 219 Euro gesunken ist. Somit verdienten im Jahr 2020 die Frauen brutto um 14.941 Euro beziehungsweise 36,1 Prozent weniger als Männer. 2019 lag der prozentuelle Unterschied noch bei 37,2 Prozent.

Zieht man beim Vergleich die Nettoverdienste heran, so ergibt sich ein geringerer Gender Pay Gap, da Männer aufgrund höherer Verdienste auch mehr Abzüge haben. Bei der Trennung von Voll- und Teilzeitbeschäftigung in der Steiermark wird sichtbar, dass Frauen in Vollzeit um 13 Prozent weniger als steirische Männer und in Teilzeit um 3,2 Prozent mehr verdienen. Vergleicht man die jährliche Einkommensdifferenz in den einzelnen steirischen Bezirken, so zeigt sich, dass in Graz Frauen in der Kategorie „Vollzeit und ganzjährig beschäftigt" mit minus 7 Prozent netto am geringsten weniger als Männer verdienen. Die höchsten Unterschiede gibt es hierbei in Leoben und Bruck-Mürzzuschlag mit je 18 Prozent. Bei diesen Daten ist anzumerken, dass es sich bei diesen Zahlen der Lohnsteuerstatistik um einen unbereinigten Gender Pay Gap handelt. Das heißt, dass Faktoren wie Branche, Dauer der Firmenzugehörigkeit und Stellung im Beruf nicht berücksichtigt werden.

In Graz-Umgebung verdienen Menschen am besten
Die höchsten durchschnittlichen Brutto-Jahreseinkommen 2020 am Wohnort wurden innerhalb der Steiermark in den Bezirken Graz-Umgebung (39.051 Euro) und Leoben (35.686 Euro) erzielt. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Deutschlandsberg und Voitsberg. Das niedrigste Einkommen am Wohnort weist der Bezirk Liezen (31.198 Euro) auf, gefolgt von der Südoststeiermark (32.011 Euro) und Hartberg-Fürstenfeld (32.344 Euro).

Einkommen ist auch real deutlich gestiegen
Betrachtet man das verfügbare Haushaltseinkommen der Steirerinnen und Steirer so zeigt sich, dass es in den Jahren 2000 bis 2020 um 65,2 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum betrug die Preissteigerung im Verhältnis nur 45,0 Prozent. Somit sind die Einkommen auch real deutlich gestiegen.

Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark im Jahr 2020 mit einem verfügbaren Haushaltseinkommen von 23.600 Euro pro Kopf und Jahr an sechster Stelle. Das höchste Haushaltseinkommen pro Kopf weist Niederösterreich mit 24.900 Euro und das geringste Wien mit 22.200 Euro auf.

Der gesamte Bericht der Landesstatistik ist  hier zu finden.

Graz, am 7. März 2022

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