65-Prozent-Marke bei Erstgeimpften in der Steiermark in Reichweite

Stagnierende Nachfrage nach Erstimpfungen, derzeit bereits doppelt so viele Drittstiche wie Erststiche

Bei den Drittimpfungen liegt die Steiermark derzeit im Bundesländer-Vergleich auf dem zweiten Platz.
Bei den Drittimpfungen liegt die Steiermark derzeit im Bundesländer-Vergleich auf dem zweiten Platz.© Land Steiermark; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz, am 8. Oktober 2021.- Beim 31. Impf-Update des Landes Steiermark informierten heute Vormittag (8.10.2021) der steirische Impfkoordinator Michael Koren, Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig und Test- und Impfstraßenkoordinator Harald Eitner über den Stand der Corona-Schutzimpfung in der Steiermark. Als Gast gab Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner einen Überblick über die Impfsituation an den steirischen Schulen. 

Mit der erfreulichen Zahl an Impfungen von insgesamt 1.566.814 mit heutigem Tag begann Impfkoordinator Michael Koren seine Ausführungen. Auch bei den Drittimpfungen ist die Steiermark mit 21.528 Stichen gut unterwegs. „Wir sind damit hinter Tirol an zweiter Stelle im Bundesländerranking, was uns sehr freut″, so Koren. Seit Mitte August können Pflegeheime und andere Institutionen Impfstoff für den dritten Stich bestellen und bis heute haben schon 141 Heime das Angebot genutzt und bereits 8100 Bewohnerinnen und Bewohner geimpft.

Die Schulimpfungen betreffend, hat das Land Steiermark gemeinsam mit der Bildungsdirektion zu Schulbeginn Angebote für Schulimpfungen auf die Beine gestellt. In Summe haben sich 83 Schulen bereits gemeldet, insgesamt haben sich 837 Schülerinnen und Schüler für eine Impfung angemeldet. „Die Zahlen in den Schulen variieren sehr. Es gibt Schulen da meldet sich nur ein Jugendlicher für eine Impfung und dann gibt es wieder größere Schulen, wo gerne 100 Schülerinnen und Schüler geimpft werden möchten. 56 Schulen bekommen, in Abstimmung mit der Kastanienhof GmbH, Termine für Impfungen von 15. bis 22. Oktober", erklärte Koren und betonte, dass es damit gelingen sollte, auch in dieser Altersgruppe die Impfquote zu erhöhen.

Zu den Drittimpfungen erläuterte Koren: „Wie Sie vielleicht schon wissen, hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) diese Woche ihre Empfehlung für den Impfstoff Biontech/Pfizer dahingehend geändert, dass Pfizer nicht im ‚off-label-use‘ geimpft werden muss, sondern für alle über 18-Jährigen in einem normalen Setting. Das bedeutet für die impfenden Ärzte einen nicht mehr so hohen Aufklärungsbedarf."

Weiters, so Koren, halte das Nationale Impfgremium daran fest, dass alle unter 65-Jährigen nach neun bis zwölf Monaten den dritten Stich bekommen sollen. Anders beim Impfstoff AstraZeneca, da soll bereits nach sechs Monaten eine Auffrischung erfolgen. Von jenen, die mit dem Einmalimpfstoff Johnson&Johnson geimpft wurden, seien bereits 14.000 Steirerinnen und Steirer von der Empfehlung zur Zweitimpfung verständigt worden. Diese Personen würden demnächst einen Terminlink zugeschickt bekommen: „Bei den anderen 35.000 Steirerinnen und Steirern werden wir versuchen, über Organisationen, wie zum Beispiel die Marienambulanz der Caritas, diese Personen zu erreichen.″

Mit einem Überblick zu den Auffrischungsimpfungen begann Landesamtsdirektor-Stellvertreter Wolfgang Wlattnig: „Derzeit werden die Einladungen für die KW 43 bis 45 vorbereitet, die Mitte nächster Woche, wie gehabt per SMS und E-Mail sowie für über 80-Jährige zusätzlich per Brief, versendet werden. In diesen drei Wochen werden wir zu rund 36.484 Impfungen einladen, darin enthalten sind Drittimpfungen und Nachimpfungen für jene, die mit Johnson&Johnson geimpft wurden, sowie zugeteilte Erst- und Zweitimpfungen."

Was die freien Impfaktionen betrifft, gab Wlattnig bekannt, dass die 16 steirischen Impfstraßen auch am Nationalfeiertag, also am Dienstag, dem 26. Oktober 2021, von 12 bis 20 Uhr Spontanentschlossenen für Impfungen mit Biontech/Pfizer sowie mit Johnson&Johnson zur Verfügung stehen werden. „Anlässlich der Grazer Herbstmesse war vor der Messehalle A ebenso eine Impfkoje für eine freie Impfaktion eingerichtet, dort haben sich insgesamt 89 Personen impfen lassen. Eine derartige Aktion führen wir auch im Rahmen der Bildungs- und Berufsmesse am 15. und 16. Oktober 2021 im Foyer der Messehalle durch, dabei hoffen wir natürlich darauf, insbesondere auch die jüngere Bevölkerungsgruppe erreichen zu können."

Erfreut zeigte sich Wlattnig darüber, dass die Steiermark im Bundesländer-Vergleich in den Monaten August und September den größten Impffortschritt erzielen konnte: „Das ist natürlich eine Bestätigung unserer Arbeit mit den vielen Impfärztinnen und Impfärzten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Impfstraßen und in den Ordinationen und ein schöner Erfolg für die Steiermark."

Zu den aktuellen Impfzahlen dieser Woche seit vergangenen Freitag führte Wlattnig aus: „Es haben insgesamt 23.005 Impfungen stattgefunden, davon waren 5.510 Erstimpfungen. Das ist im Vergleich zur Vorwoche mit 9.105 Erstimpfungen doch ein deutlicher Rückgang und zeigt, dass es trotz aller niederschwelliger Maßnahmen immer schwieriger wird, ungeimpfte Personen zu den Impfungen zu bewegen. Mittlerweile ist es auch so, dass die Zahl der Drittstiche mit 11.721 Impfungen die Zahl der in der vergangenen Woche durchgeführten Erstimpfungen deutlich übersteigt."

Mit heutigem Stand sind 64,9 Prozent der Gesamtbevölkerung erstgeimpft, womit sich die Steiermark der 65-Prozent-Marke annähert: „Das ist zwar durchaus erfreulich, jedoch wird es angesichts der aktuellen Entwicklung sehr schwierig, über diese Marke hinauszukommen, sofern sich die äußeren Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Zutrittsvoraussetzungen, nicht ändern."

Die Erstimpfungsrate von 64,9 Prozent der Gesamtbevölkerung bedeutet, bezogen auf die Impffähigen ab zwölf Jahren, einen Prozentsatz von 72,9 Prozent an Erstgeimpften bzw. 77 Prozent bezogen auf die Erwachsenen ab 18 Jahren. Vollimmunisiert sind 61,9 Prozent der Gesamtbevölkerung oder 69,5 Prozent der Impffähigen bzw. rund 74 Prozent der Erwachsenen.

Anschließend gab Wlattnig einen Rückblick auf die durchgeführten Impfungen des Vormonats: „Im September hatten wir 63.157 Impfungen, davon 42.342 Erstimpfungen. Im Vergleich zum August mit 151.234 Impfungen, erkennt man einen doch deutlichen Rückgang der Impfbereitschaft sowie auch den Abschluss des Großteils der Zweitimpfungen." Auf der Anmeldeplattform stehe man aktuell bei 711.040 Anmeldungen, derzeit würden täglich noch 200 bis 300 Anmeldungen hinzukommen, so Wlattnig.

„Mit heutigem Stand wurden in der Steiermark insgesamt 21.528 Drittimpfungen verabreicht,  was im Bundesländer-Vergleich den erfreulichen zweiten Platz hinter Tirol bedeutet. Gerade mit dem dualen Impfsystem in der Steiermark (Anm.: Impfangebot an fix eingerichteten Impfstraßen des Landes sowie bei einem dichten Netz an niedergelassenen Ärzten) hoffen wir, diese gute Platzierung halten zu können. Wir sind in diesem Zusammenhang jedenfalls gut aufgestellt und konnten ja bereits mit den Auffrischungsimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen sowie im Bereich der Risikogruppen über die steirischen Krankenhäuser starten. Außerdem kann seit einer Vorgabenänderung der letzten Woche auch das Gesundheitspersonal in den Krankenhäusern sowie in den Alten- und Pflegeheimen nach sechs Monaten bereits den ‚dritten Stich‘ erhalten, auch damit haben wir bereits begonnen." Besonders erfreulich sei es, so Wlattnig abschließend, dass im Bereich der Auffrischungsimpfungen aus der Gruppe der über 80-Jährigen bereits 13.241 Personen geimpft werden konnten, womit die Steiermark im Bundesländer-Vergleich an erster Stelle liegt: „Gerade bei diesen Personen handelt es sich um eine besonders vulnerable Gruppe, da die Impfwirkung aufgrund des schwächeren Immunsystems schneller abnimmt. Daher liegt auch in den nächsten Wochen unser Fokus in Zusammenhang mit den Drittimpfungen auf dieser Personengruppe."

Test- und Impfstraßen-Koordinator Harald Eitner berichtete: „An den Impfstraßen ist die Situation momentan die, dass von den eingeladenen Terminen nur rund ein Viertel wahrgenommen wird, was natürlich damit zu tun hat, dass die Personen sich die Impfung großteils bereits im Vorfeld bei den freien Aktionen oder bei anderen Angeboten geholt haben. Die freien Impfaktionen werden auch weiterhin jeweils am Dienstag und am Freitag an den Impfstraßen angeboten." Über die beiden Impfbusse konnten in der Kalenderwoche 38 insgesamt 857 Impfungen durchgeführt werden, in der Kalenderwoche 39 waren es dann 538 Impfungen. „Das Interesse der zu impfenden Personen ist überschaubar, die Nachfrage der Institutionen und Gemeinden nach den Bussen ist aber sehr hoch, wir sind faktisch bis Ende November ausgebucht. In nächster Zeit sind die Busse auch für Schulen und einige größere Betriebe gebucht. Das Angebot der Busse wird es zumindest bis Ende Dezember 2021 geben", so Eitner.

Zu den Teststraßen des Landes betonte Eitner, dass diese auch an den bevorstehenden Feiertagen ganz normal geöffnet sein werden, etwa an Allerheiligen oder am 8. Dezember. Da für die vergangene Woche noch rund 14.000 PCR-Tests von den Laboren nachgemeldet wurden, erhöht sich die Bilanz für die Kalenderwoche 39 auf 753.955 Tests, die in Summe in der Steiermark durchgeführt wurden.

„Zum Thema der Freitestungen möchte ich noch einmal dringend darauf hinweisen, dass diese an den Teststraßen des Landes nicht möglich sind. Alle Personen, die sich als infizierte Personen oder Kontaktpersonen im behördliche Verfahren befinden, dürfen nicht von sich aus zu den öffentlichen Teststraßen kommen. Es ist zudem sinnlos zu versuchen, über die Teststraßen des Landes schneller zu einem PCR-Test zu kommen, da diese von den Gesundheitsbehörden nicht anerkannt werden. Die Freitestungen werden von den Gesundheitsbehörden angeordnet und angemeldet und finden ausschließlich bei den Drive-Ins des Roten Kreuzes statt. Die Einladung zum PCR-Testtermin kommt per SMS, niemand kann also selber was dazu beitragen, schneller oder anderswo zu einem behördlich anerkannten Test zu kommen!", verdeutlichte Eitner.

Zur Situation der Corona-Impfung im Schulwesen führte die steirische Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner aus: „Seit Juni ist bekannt, dass Kinder ab 12 Jahren geimpft werden können. Anfangs wurde von dieser Möglichkeit ein wenig Abstand genommen, da diese neue Variante für viele zunächst suspekt war. Mittlerweile wird das Impfangebot von Kindern und Jugendlichen gut in Anspruch genommen und es zeigt sich, je älter die Kinder und Jugendlichen sind, umso höher ist auch die Durchimpfungsrate."

Die Bildungsdirektion Steiermark übermittelte bereits im Juni die ersten Informationen zur Corona-Schutzimpfung an die Schulen. Oberste Priorität war, so Meixner, besonders behutsam an das Thema der Impfung bei Kindern und Jugendlichen heranzugehen. Zu Schulbeginn wurde allen Pädagoginnen und Pädagogen, die das Impfangebot angenommen haben, gedankt. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits eine Durchimpfungsrate von über 80 Prozent erreicht, mittlerweile geht man bereits in Richtung 90 Prozent.

Erhoben wurde auch, welche Schulen und wie viele Schülerinnen und Schüler ein Impfangebot annehmen wollen. Elisabeth Meixner führte diesbezüglich aus: „Insgesamt 83 Schulen in der Steiermark haben sich bei dieser Erhebung gemeldet. An 56 Schulen wurden heute bereits Termine übermittelt, wann die interessierten Schülerinnen und Schüler an einer Impfstraße eine Impfmöglichkeit erhalten. An einigen Schulen werde auch der Impfbus genützt. Auch direkt in Schulen werden einige Impfaktionen durchgeführt." Hierfür sei es jedoch notwendig, die betroffene Schule zu einer Impfstelle des Landes Steiermark erklären zu lassen. Ein Hindernis sei, so Meixner abschließend, dass die Haftung in diesem Fall bei der Schulleitung läge.

Das 31. Impf-Update kann  hier als Video nachgesehen werden.

Graz, am 8. Oktober 2021

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