Kommunikation Land Steiermark

Impfbeteiligung bei Kinderimpfungen 2020 gestiegen

Dank bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Soziallandesrätin Doris Kampus präsentierten im Landhaus-Innenhof mit Ärztekammerpräsident Herwig Lindner, Michael Adomeit, Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin und Hans Jürgen Dornbusch, Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendheilkunde die Zahlen zu den Kinder- und Jugendimpfungen 2020. © Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Soziallandesrätin Doris Kampus präsentierten im Landhaus-Innenhof mit Ärztekammerpräsident Herwig Lindner, Michael Adomeit, Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin und Hans Jürgen Dornbusch, Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendheilkunde die Zahlen zu den Kinder- und Jugendimpfungen 2020.© Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Großer Dank wurde den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten seitens des Landes ausgesprochen. © Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Großer Dank wurde den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten seitens des Landes ausgesprochen.© Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
„Gerade bei der Corona-Schutzimpfung müssen wir Wege zu den Jugendlichen finden,“ sagt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß © Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
„Gerade bei der Corona-Schutzimpfung müssen wir Wege zu den Jugendlichen finden,“ sagt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß© Foto: Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (12. Juli 2021).- Wer hätte gedacht, dass sich die Impfbeteiligung bei Kinderimpfungen wie Masern-Mumps-Röteln gerade 2020 bei den Bis-Sechs-Jährigen steigern lässt? Ein Grund, Dank an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu sagen. Aber auch ein Rückgang bei den Impfungen im Pflichtschulalter ist zu bemerken. Dieser muss aufgeholt werden!

Bei der heutigen (12.7.) Pressekonferenz im Innenhof des Grazer Landhauses bedankte sich Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten: „Impfen rettet Leben! Danke für das Engagement, vor allem bei den Jüngsten im Alter von null bis sechs Jahren, die Impfbeteiligung auch im Lockdown gegenüber dem Vorjahr zu heben. Ein schöner Erfolg der niedergelassenen Ärzte, zu dem ich ganz herzlich gratuliere! Wir haben auch kürzlich unser steirisches Catchup-Programm für HPV-Impfungen in den Gesundheitsämtern bis auf den 18. Geburtstag ausgeweitet. Viele sehr gute Nachrichten, aber es gibt auch Nachholbedarf im Schulalter bei den Gratisimpfungen. Hier appelliere ich dringend an die Eltern, die ausgelassene Schul-Impfungen schnellstmöglich nachzuholen!"

Soziallandesrätin Doris Kampus: „Gerade durch die Corona-Pandemie haben wir gelernt, wie wichtig eine Impfung sein kann, um sich und andere zu schützen. Impfen schützt! Als Mutter dreier Kinder appelliere ich an alle Eltern, ihre Kinder durch Impfungen schützen zu lassen. Und wenn Mütter und Väter skeptisch sind, dann sind Hausärztinnen und Hausärzte und Kinderärztinnen und Kinderärzte die besten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Ich kann nur sagen: Vertrauen Sie ihnen und nicht irgendwelchen Märchen in den Sozialen Medien!"

Ärztekammerpräsident Herwig Lindner: „Impfen ist Überzeugungssache, und damit Ärztesache. Bei den Kinderimpfungen haben die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark Unglaubliches geleistet. Trotz aller Hemmnisse ist es ihnen im Jahr 2020 gelungen, die Impfbeteiligung bei allen Kinderimpfungen im Vorschulalter zu steigern. Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen gab es teilweise Steigerungen. Bei allen Impfungen konnten die Ergebnisse zumindest gehalten werden, obwohl die Impfaktionen in den Schulen und Gesundheitsämtern aus verständlichen Gründen stark zurückgingen. Wir müssen auch den steirischen Eltern danken, die im Corona-Jahr der Gesundheitsvorsorge - und nichts anderes ist Impfen - große Bedeutung zugemessen haben. Sie sind mit ihren Kindern zu den Ärztinnen und Ärzten gegangen, sonst wäre der Impferfolg 2020 nicht möglich gewesen."

Michael Adomeit, Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin: „Wir haben in der Steiermark die genauesten Impfdaten - nicht nur österreichweit. Wir können die Impfbeteiligung bis zur Bezirks- und sogar Gemeindeebene feststellen. Und zwar gemessen bis auf die letzte Kommastelle. In der Steiermark brauchen wir keine Glaskugel und kein Berechnungsmodell für das Impfen, wir haben einen Zollstab. Das müssen wir immer wieder betonen. Unsere Aussagen sind echte Ergebnisse und keine ungenaue Vorhersage oder Hochrechnung.

Bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR-Impfung) haben 85,24 Prozent der Kinder im Vorschulalter einen vollständigen Impfschutz. Das ist ein Plus von 1,35 Prozentpunkten gegenüber 2019. Auch bei der 6-fach-Impfung, die unter anderem gegen Diphtherie und Kinderlähmung schützt, sind sogar 85,75 Prozent der Vorschulkinder vollständig geschützt. Auch das bedeutet einen Zuwachs gegenüber 2019 - und zwar von 0,76 Prozent.

2020 war also nicht nur das Corona-Jahr, sondern auch ein gutes Impfjahr für die steirischen Kinder - und zwar dank der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Sie waren da und sie haben geimpft. In Summe gab es 113.820 Impfungen bei Vorschulkindern. 1.371 fanden im Magistrat Graz, durch Amtsärztinnen und Amtsärzte bzw. Bezirkshauptmannschaften und sonstige Institutionen statt. 112.449, also fast 99 Prozent durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Es gibt auch einen steirischen Bezirk besonders hervorzuheben: die Südoststeiermark. Hier liegt die Impfbeteiligung überall im obersten Bereich, bei der 6-fach-Impfung und bei der MMR-Impfung bei mehr als 90 Prozent. Aber auch in anderen Bezirken ist die Impfbeteiligung hoch - und vor allem: Sie ist 2020 überall gestiegen.

Hans Jürgen Dornbusch, Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendheilkunde: „Die Zahlen sprechen für sich: Die niedergelassenen steirischen Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde haben gemeinsam mit ihren hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen die steirischen Kinder und Jugendlichen mit Riesen-Engagement betreut. Das Ergebnis ist beeindruckend: Sie haben bei Vorschulkindern um fast 2.000 Impfungen mehr verabreicht als im Jahr 2019. Damit konnten sie die Rückgänge, die es im öffentlichen Bereich coronabedingt natürlich gab, nicht nur ausgleichen, sondern auch das Gesamtergebnis steigern.

Dabei haben 74 Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde mehr als 89 Prozent der Impfungen durchgeführt und 470 Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin knapp elf Prozent. Das zeigt die wichtige Rolle der Kinder- und Jugendfachärztinnen und -ärzte für das Kinderimpfen.

Eine deutliche Vergrößerung der schon vorher bestehenden Impflücken gibt es allerdings bei Schülern und Jugendlichen. Dies erklärt sich durch den völligen Ausfall von Schulimpfungen seit Beginn der Pandemie, verständlicherweise, da die zuständigen Amtsärztinnen und Amtsärzte mit anderen Aufgaben (teils mehr als) ausgelastet waren. Die (vorwiegend während der Unterrichtszeit) alternativ angebotene Impfung in den Gesundheitsämtern wurde kaum genützt, auf die effektive Möglichkeit der Impfung in Kinder- und Jugendordinationen wurde leider zu wenig hingewiesen.

Durch (im Regierungsprogramm vorgesehene) routinemäßige „Juniorchecks" zwischen 6 und 18 Jahren - analog zu MKP-Untersuchungen bei Vorschulkindern bzw. Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen - könnten die Impfraten in dieser Altersgruppe deutlich verbessert werden. Solche Juniorchecks werden seit einigen Jahren von der Sozialversicherung der Selbstständigen angeboten, von ÖGK, BVA und KFA bisher leider nicht.

Lassen Sie mich ein bisschen die Werbetrommel für die HPV-Impfung rühren - eine Impfung, die für Kinder und Jugendliche seit 2014 im kostenfreien Kinder-Impfprogramm österreichweit enthalten ist. Die Steiermark macht aber mehr als der Bund. In der Steiermark ist die Impfung nicht nur vom 9. bis zum 12. Lebensjahr für die Eltern gratis, sondern das stark vergünstigte - aber bisher leider nur im öffentlichen Bereich verfügbare - Catch-up-Programm für 12-14-Jährige wurde in der Steiermark kürzlich sogar bis zum 18. Geburtstag erweitert. Es wäre ganz sicher im Interesse der Jugendlichen, dass sie diese Impfung auch bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kostenfrei bekommen können. Für das Land ist das natürlich eine Kostenfrage, das verstehe ich schon. Ideal wäre hier eine bundesweite Lösung im Rahmen des Mutter Kind Passes.

Die Impfbeteiligung bei HPV im Gratis-Impfprogramm ist im Vergleich zu zirka 90 Prozent in großen Ländern wie England und Australien noch sehr bescheiden. 36,6 Prozent waren es 2020. Aber im Jahr zuvor, 2019, waren es weniger, nämlich 36,2 Prozent. Und in vier steirischen Bezirken, Bruck-Mürzzuschlag, Murtal, Südoststeiermark und Graz, liegt die Beteiligung bei mehr als 40 Prozent, die einen vollständigen Schutz haben. Im Sinne des Impfschutzes für die Kinder müssen wir natürlich das Ziel haben, alle zu erreichen. Aber das Glas ist halbvoll, wir sind auf dem richtigen Weg nach oben."

Eine genaue Aufstellung über die Durchimpfungsraten 2019/2020 finden Sie Externe Verknüpfung hier

Graz, am 12. Juli 2021

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