Kommunikation Land Steiermark

14 überlebensgroße Portraits im Landhaushof: SteirerInnen zeigen ihre Migrationsgeschichte anders

Ausstellung zum zehnjährigen Jubiläum des steirischen Integrationsressorts

Soziallandesrätin Doris Kampus (3.v.l.) eröffnete mit Kuratorin Sandra Kucovan (GKP, l.) und Portraitierten am Mittwoch die Ausstellung SteirerInnen mit Migrationsgeschichte im Landhaushof in Graz. © Bilder: Land Steiermark/Peter Drechsler; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Soziallandesrätin Doris Kampus (3.v.l.) eröffnete mit Kuratorin Sandra Kucovan (GKP, l.) und Portraitierten am Mittwoch die Ausstellung SteirerInnen mit Migrationsgeschichte im Landhaushof in Graz.
© Bilder: Land Steiermark/Peter Drechsler; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
14 überlebensgroße Portraits sind in den Arkadenbögen des Landhauses zu sehen. 
14 überlebensgroße Portraits sind in den Arkadenbögen des Landhauses zu sehen.

Graz (23. September 2020).- „Wenn von Migration die Rede ist, wird vom Hintergrund gesprochen. Wir stellen die persönliche Geschichte dieser Menschen exemplarisch in den Vordergrund“, erläuterte Landesrätin Doris Kampus anlässlich der Präsentation der Ausstellung „SteirerInnen mit Migrationsgeschichte“ am Mittwoch (23.9.2020) in Graz. Gezeigt werden 14 überlebensgroße Portraits in den Arkadenbögen des Landhauses – dazugehörige Tondokumente geben Einblick in ganz unterschiedliche Lebensläufe fernab von Klischees. Anlass der Ausstellung ist das zehnjährige Bestehen des Integrationsressorts in der Landesregierung. Die Steiermark richtete 2010 als erstes Bundesland ein solches Ressort ein, erste Ressortverantwortliche war die spätere Landtagspräsidentin und heutige Europaabgeordnete Bettina Vollath. 

„Diese Ausstellung soll zum Nachdenken anregen. Sie gibt Menschen und Migration ein Gesicht“, betonte Soziallandesrätin Kampus, die für die Integrationsagenden zuständig ist. „Vielfalt und Buntheit, Respekt und Zusammenhalt sind für alle Menschen in der Steiermark wichtig“, so die Landesrätin. „Natürlich bestreite ich nicht, dass es auch schwierige Aspekte und intensive Debatten gibt, aber ihnen müssen wir uns genauso stellen.“ In der Steiermark sei – von der Charta des Zusammenlebens in Vielfalt bis zum „Steirischen Weg“ – viel geschehen.

Inhaltlich aufbereitet wurde die Ausstellung durch die Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik.
Kuratorin Sandra Kocuvan: „Wir haben bewusst darauf geachtet, ganz unterschiedliche Migrationsgeschichten vorzustellen. Von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, über eine Frau, die der Liebe wegen aus der Ukraine in die Steiermark gekommen ist, bis zur steirischen Diplomatin, die es in die Welt hinausgezogen hat, reichen die Beispiele.“ Zu sehen sind insgesamt 14 Portraitfotos, die von Sophie Ederer und Stefan Temmer gemacht wurden.

Mit allen Portraitierten gibt es Interviews, die via QR-Code am Handy bei der Besichtigung im Landhaushof von den Besucherinnen und Besuchern angehört werden können. Begleitet wird die Ausstellung von Social Media-Angebot: Unter dem Hashtag #meinegeschichte werden Menschen dazu eingeladen, ihre Migrationsgeschichte digital zu erzählen.

Rafik Addad, der aus Algerien stammt und zur Volksgruppe der Berber gehört, ist über Umwege aus seiner Heimat in die Steiermark gekommen. Er spricht Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch, arbeitet bei SPAR und ist Fußballtrainer in Seiersberg. „Ich war schon in der Ukraine auf der Uni, dann war ich in Frankreich und Norwegen. 2010 bin ich das erste Mal nach Österreich gekommen, danach nach Frankreich gegangen. Da habe ich gemerkt, das Land, das mir gefällt und wo ich mich wohl fühle, das ist Österreich. Ich bin zurück nach Österreich und beim zweiten Mal war es ganz einfach, mich hier zu integrieren.“

Ganz anders verlief Simon Lackners Lebensweg, der den Steirer unter anderem in den Iran und nach Japan geführt hat. Er bilanzierte seine Erfahrungen mit Migration und Integration so: „Für mich ist Integration der Wille und Wunsch, sich in einer Gesellschaft einzufinden und einzubinden, und zwar ohne Vorbehalte und ohne Vorurteile. Man darf nicht sagen, das kenne ich nicht und das will ich nicht, sondern, dass man aufgeschlossen ist und einer Sache eine Chance gibt. Dass man sagt, ich befreie mich von negativen Geschichten, die ich gehört habe, und bilde mir selbst eine ernsthafte und fundierte Meinung, bemühe mich mit einem gewissen Ehrgeiz und einer gewissen Aufgeschlossenheit, in eine Gesellschaft einzutauchen."

Migration ist kein Defizit, sondern eine Ressource für die Gesellschaft, stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Präsentation gemeinsam fest. Diese Ausstellung ist hoffentlich ein kräftiger Impuls für viele Menschen, darüber nachzudenken. Technisch und inhaltlich ist die Portraitsammlung als Wanderausstellung konzipiert, die – je nach Restriktionen in Corona-Zeiten – in allen Regionen der Steiermark zu sehen sein wird. Der Start dafür ist eine Präsentation in Trofaiach 2021.

Graz, am 23. September 2020

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