Kommunikation Land Steiermark

Klimakatastrophen gefährden Lebensmittelversorgung

Ergebnispräsentation - Masterplan Klimarisikomanagement:

Landesrätin Ursula Lackner, Landesrat Hans Seitinger und Joanneum Research LIFE-Direktor Franz Prettenthaler mit einem Frostofen zur Bekämpfung von Spätfrostschäden. 
Landesrätin Ursula Lackner, Landesrat Hans Seitinger und Joanneum Research LIFE-Direktor Franz Prettenthaler mit einem Frostofen zur Bekämpfung von Spätfrostschäden.
Lackner, Seitinger und Prettenthaler (v.l.) präsentierten die Ergebnisse des Masterplan Klimarisikomanagement Landwirtschaft. © Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Lackner, Seitinger und Prettenthaler (v.l.) präsentierten die Ergebnisse des Masterplan Klimarisikomanagement Landwirtschaft.
© Land Steiermark/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz, am 25. Juni 2020.- Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren Agrarlandesrat Hans Seitinger, Ursula Lackner (Landesrätin für Klimaschutz und Umwelt) und Direktor Franz Prettenthaler (Joanneum Research) Ergebnisse des Masterplan Klimarisikomanagement Landwirtschaft. Dieser wurde in den vergangenen drei Jahren erarbeitet und ist Teil der Klimawandelanpassungs-Strategie des Landes Steiermark. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die Menschheit. Er gefährdet die Ernährungssicherheit und führt zu unermesslichen volkswirtschaftlichen Schäden. Allein in der Steiermark betrugen diese in den letzten 15 Jahren zwei Milliarden Euro", erläutert Seitinger die Notwendigkeit des Klimarisikomanagements. Ursula Lackner betont: „Jeder von uns ist aufgerufen, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Allerdings ist es auch eine Tatsache, dass der Klimawandel bereits angekommen ist und die Menschen bereits in unterschiedlichstem Ausmaß davon betroffen sind. Die Klimawandelanpassungs-Strategie des Landes Steiermark dient als Basis für viele bevorstehende, notwendige Umsetzungsschritte. Sie hilft Wege zu finden, um mit den Folgen des Klimawandels richtig umzugehen, damit die Steiermark für ihre Bevölkerung lebenswert bleibt, indem die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Systeme rechtzeitig auf die Veränderungen abgestimmt werden."

Für Landesrat Hans Seitinger ist klar, dass es einen Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen braucht, um die klimabedingten Herausforderungen bewältigen zu können. Neben mehr Mut bei der Durchsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sei auch ein verstärktes Bewusstsein für diese Bedrohung und der verstärkte Einsatz von Wissenschaft und Forschung wichtig. Konkret sieht der Landesrat etwa die Züchtung klimaresistenter Arten, technische Lösungen für einen besseren Schutz der Kulturen sowie eine stärkere Vernetzung mit Meteorologie als zukunftsweisende Ansätze, die es weiterzuverfolgen gilt.

Darüber hinaus will Seitinger besondere Schwerpunkte setzen: „Die Untersuchungen zeigen, dass die Bodenbeschaffenheit einen wichtigen Einfluss auf die Abwehr von Schadereignissen hat. Dem Humus kommt daher eine große Bedeutung zu. Mit der Errichtung des Humuskompetenz-Zentrums haben wir hier bereits einen wichtigen Impuls gesetzt." Seitinger betont auch, dass es bei der Krisenentschädigung ein Umdenken braucht: „Wir müssen weg von der Katastrophenentschädigung, hin zu einem tragfähigen Versicherungsmodell, das die Bürde einer Katastrophe fair auf die Schultern von Bund, Land und Eigentümer verteilt und das Risiko breiter streut." Ein weiteres zentrales Element sei die Innovation: „Unsere Steiermark hat die besten Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, auch mit Spezialkulturen, und beheimatet einen enormen Innovationsgeist. Die Suche nach innovativen, marktfähigen Produkten trägt viel zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft bei", hebt Seitinger die Rolle der Steiermark als Land der Innovation hervor.

„Der Klimawandel hat eine deutliche Zunahme des Produktionsrisikos für landwirtschaftliche Betriebe zur Folge. Wir sprechen allein im Obst- und Weinbau von durchschnittlich 35 Millionen Euro Schaden jährlich. Daher kommt dem weiteren Auf- und Ausbau eines kosteneffizienten Risikomanagementsystems, das leistbar bleibt und einer strategischen Ausrichtung aller Aktivitäten eine große Bedeutung für die Ernährungssicherheit der Steiermark zu", umreißt Prettenthaler die Gefahr für die Steiermark. Der Klimaforscher nennt insbesondere Spätfrostereignisse, Dürre und Starkniederschläge als größte Risiken für die steirische Landwirtschaft. Dementsprechend lag auf diesen Szenarien auch der Fokus für die Erstellung von Gegenmaßnahmen und Zukunftsstrategien. Vorgeschlagen werden etwa neue Versicherungsmodelle. „Für solche kostengünstigeren Versicherungsmodelle, aber auch, um bessere Prognosen für effiziente Bekämpfungsmaßnahmen zu erstellen, ist ein Ausbau des Messstationsnetzes unbedingt erforderlich und es bedarf auch einer klaren Ausweisung jener Zonen, wo künftig keine Dauerkulturen angelegt werden dürfen", ergänzt Prettenthaler.  

„Zu den ersten, die von den Veränderungen besonders betroffen sind, zählen die steirischen Bäuerinnen und Bauern. Sie haben ihre Existenz auf die Nutzung des steirischen Bodens gegründet und versorgen uns mit ihren Produkten - mit regionalen und hochwertigen Lebensmitteln. Damit ist der heute präsentierte Masterplan für das Risikomanagement im Bereich der Landwirtschaft ein bedeutender Beitrag nicht nur für sie, sondern für alle Steirerinnen und Steirer", betont Landesrätin Ursula Lackner.

Weitere Details zum Masterplan Klimarisikomanagement entnehmen Sie bitte der Externe Verknüpfung Presseunterlage.

Graz, am 25. Juni 2020

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