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Steirisches Beatmungsgerät aus dem 3D-Drucker

Innovation made in Styria

IV-Präsident Georg Knill, die beiden Vertreter der Firma HAGE, Med Uni-Rektor Hellmut Samonigg, Soziallandesrätin Doris Kampus, Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (v.l.) © Land Steiermark/Streibl; Nutzung bei Quellenangabe honorarfrei
IV-Präsident Georg Knill, die beiden Vertreter der Firma HAGE, Med Uni-Rektor Hellmut Samonigg, Soziallandesrätin Doris Kampus, Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (v.l.)
© Land Steiermark/Streibl; Nutzung bei Quellenangabe honorarfrei
LH Schützenhöfer zeigte sich stolz, dass es in kürzester Zeit gelang, das steirische Beatmungsgerät zu entwickeln. 
LH Schützenhöfer zeigte sich stolz, dass es in kürzester Zeit gelang, das steirische Beatmungsgerät zu entwickeln.

Graz (8. Mai 2020).- Die Covid-19-Krise hat gezeigt, dass Schutzausrüstung und medizinische Geräte dringend notwendige Produkte sind, die allerdings meist nur in anderen Ländern der Welt hergestellt werden. Lieferengpässe erschwerten zudem in den vergangenen Wochen den Kampf gegen das Corona-Virus.

Eine Lösung dieses Problems kommt nun aus der Steiermark, dem Forschungsland Nummer eins: Das steirische Unternehmen HAGE hat in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Graz ein Beatmungsgerät aus dem 3D-Drucker entwickelt. „Ich bin stolz auf den steirischen Pionier- und Innovationsgeist im Forschungsland Nummer eins, der sich in diesen Zeiten deutlich zeigt. In kürzester Zeit ist es gelungen, dieses Beatmungsgerät zu entwickeln. Danke an alle regionalen Unternehmen, die uns mit innovativen Produkten zukünftig vom Weltmarkt unabhängiger machen", so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

„Dieses Beatmungsgerät ist High-Tech made in Styria, das Leben rettet. Einmal mehr zeigt sich, was möglich ist, wenn die klugen Köpfe und die geschickten Hände in der Steiermark zusammenarbeiten", unterstreicht Soziallandesrätin Doris Kampus in Vertretung von Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang. Gerade die intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten sei einer der weiß-grünen Erfolgsfaktoren. Die Geschichte des Herstellers wie auch die Entwicklung des Gerätes selbst beweisen, dass man als Unternehmen auch abseits der urbanen Zentren erfolgreich und innovativ sein kann. „Unternehmen wie HAGE sind wichtige Arbeitgeber in ihren Regionen. Auf sie müssen wir in der und nach der Corona-Krise besonders setzen", betont Kampus.

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass das steirische Gesundheitssystem krisenfit ist. Hinter diesem ‚gesunden Sicherheitsnetz‘ stehen in der gesamten Steiermark Einrichtungen mit gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit dieser technischen Innovation hat die Steiermark erneut bewiesen, dass sie ein Land voller Talente ist, die in beeindruckender Geschwindigkeit eine Idee in die Realität umgesetzt hat. Bei Bedarf können diese Beatmungsgeräte sofort eingesetzt werden und so Menschenleben retten", so Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß.

„Bei der sehr herausfordernden Entwicklung unseres Notfallgerätes haben mich am meisten der selbstlose Einsatz rund um die Uhr und die Begeisterung unseres Teams beeindruckt. Nur mithilfe der Additiven Fertigungsmethoden war es möglich so schnell von der Idee zum einsatzbereiten Produkt zu kommen, da waren unsere HAGE3D-Maschinen Gold wert und haben sich toll bewährt. Es macht mich sehr froh, dass eine solche Krise die Menschen nicht entzweit, sondern ganz im Gegenteil zusammenschweißt. Die Lösung aller Probleme liegt in der Zusammenarbeit und die haben wir zuhauf erfahren. Die Kooperationen mit der Meduni und der TU haben ohne Vorbehalte und auf Augenhöhe funktioniert, unsere Industriepartner haben uns in Rekordzeit beliefert und die großen steirischen Konzerne haben ihre Unterstützung bei einer allfälligen Serienproduktion zugesagt. HAGE ist sehr stolz, ein Teil der Covid-Task Force zu sein!", so Stefan Hampel, General Manager HAGE.

Das Einsatzgebiet des Beatmungsgeräts geht weit über die Grenzen der Steiermark hinaus. Denn weltweit sind kurzfristig verfügbare Beatmungsformen für Krisensituationen gefragter denn je. Entsprechend vielfältig ist dessen Einsatzgebiet und Verbreitungsmöglichkeit.

„Diese Geräteentwicklung zeigt was möglich ist, wenn hochmotivierte Expertinnen und Experten interdisziplinär zusammenarbeiten. In Rekordzeit wurde das Gerät in Kooperation entwickelt und getestet. Neben dem Firmenpartner HAGE Sondermaschinenbau gilt mein Dank Ute Schäfer, Leiterin der Forschungseinheit ‚Experimentelle Neurotraumatologie‘ und Expertin für 3D-Druck in der Medizin sowie allen beteiligten Wissenschaftern an der Med Uni Graz – vor allem auch für die umfangreichen Tests der neuen Geräteentwicklung. Im Namen der Med Uni Graz danke ich allen Beteiligten und freue mich, dass unsere Universität neben vielen anderen Beiträgen im Rahmen der COVID-19 Krise, auch hier unterstützen konnte", so Hellmut Samonigg, Rektor der Med Uni Graz.

Georg Knill, Präsident der IV-Steiermark: „Die Innovationskraft der steirischen Industriebetriebe veranschaulichte gerade in den letzten Wochen deutlich, dass Forschung und Entwicklung mehr als eine Zahl ist. F&E mündet im Idealfall in Innovation, also Produkten, die einen – in diesem Fall sogar lebensrettenden – Mehrwert schaffen. Wenn ein Anlagenbauer in wenigen Wochen anstelle von Anlagen für Raumfahrt-Komponenten ein Beatmungsgerät im 3D-Verfahren herstellt, ist das der Beweis höchster Innovationskraft. Es ist aber auch ein Beweis für unternehmerische Leidenschaft und Solidarität. Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir so erfolgreich diese Krise meistern werden."

Steiermarkweit haben zahlreiche Unternehmen vorbildlich auf die Coronakrise reagiert und ihre Produktion entsprechend der Nachfrage nach zum Beispiel Desinfektionsmitteln oder Schutzmasken und -kleidung umgestellt. Aber auch an neuen Lösungen wurde geforscht und so werden nicht nur Beatmungsgeräte, sondern auch Schutzschilder mit dem 3D-Drucker hergestellt.

Graz, am 8. Mai 2020

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