Forstdelegation reist nach Kanada
Erfahrungen bei Waldbrandvorsorge, Borkenkäferbekämpfung und klimafittem Wald sollen für die Steiermark genutzt werden.


Graz (23. September 2026).- Die anhaltende Trockenheit und die zunehmende Zahl an Waldbränden zeigen deutlich: Der Klimawandel stellt unsere Wälder vor neue Herausforderungen. Allein 2026 gab es in der Steiermark bereits mehr als 100 Waldbrände mit knapp 80 Hektar betroffener Fläche.
Wie groß die Herausforderungen mittlerweile sind, zeigt der Waldbrand in Eisbach-Rein eindrücklich: Mehr als 2.600 Feuerwehrkräfte leisteten rund 26.000 Arbeitsstunden, zusätzlich entstanden Einsatzkosten von mehreren Millionen Euro. Der Schaden am Wald beläuft sich auf rund eine Million Euro. Für Landesrätin Simone Schmiedtbauer ist das ein klarer Auftrag, bei Waldbrandvorsorge und Waldumbau vorausschauend zu handeln. Deshalb reist sie mit einer Delegation nach British Columbia, um konkrete Erfahrungen und Maßnahmen für die Steiermark nutzbar zu machen. Kanada verfügt über rund 350 Millionen Hektar Waldfläche – etwa das 40-Fache der Fläche Österreichs. Die nachhaltige Bewirtschaftung dieser enormen Waldflächen benötigt durch die zunehmenden Herausforderungen – bedingt durch den Klimawandel – entsprechendes Know-how in Waldbewirtschaftung, Waldumbau sowie im Umgang mit Trockenheit, Schädlingen und Waldbränden.
„Wir dürfen nicht warten, bis die Schäden noch größer werden. Wir müssen jetzt weiter vorsorgen und unseren Wald für die kommenden Jahrzehnte rüsten. Genau deshalb schauen wir nach British Columbia, wo man bereits viel Erfahrung in der Bekämpfung und Prävention großflächiger Waldbrände und Käferschäden hat“, so Landesrätin Simone Schmiedtbauer.
Die Delegation beschäftigt sich vor Ort mit Waldbrandbekämpfung und -prävention, der Bekämpfung von Schädlingen und Strategien für klimaangepasste Wälder. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche erfolgreichen Ansätze sich auf die Steiermark übertragen lassen – von einer guten Infrastruktur mit ausreichend Löschwasserteichen über klare Einsatzketten und Abläufe bis hin zu gezielten Maßnahmen zur Prävention und raschen Eindämmung von Waldbränden.
Waldschutz ist auch Standortpolitik
Für Schmiedtbauer ist klar: Der Schutz des Waldes ist nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch eine Frage der wirtschaftlichen Zukunft der Steiermark. Rund 62 Prozent des Landes sind bewaldet. Die gesamte Wertschöpfungskette Holz schafft in der Steiermark rund 12 Milliarden Euro Wertschöpfung und sichert rund 55.000 Arbeitsplätze.
„Unser Wald ist Lebensraum, Erholungsraum, Schutzraum und gleichzeitig ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Wenn wir den Wald verlieren oder seine Leistungsfähigkeit abnimmt, spüren das nicht nur unsere Waldbauern, sondern auch unsere Sägewerke, unsere Holzindustrie und die vielen Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Deshalb müssen wir heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen“, betont die Landesrätin.
Ein besonderer Fokus liegt daher auf einem klimafitten und standortangepassten Wald. Die Steiermark verfügt mit der „Dynamischen Waldtypisierung“ bereits über eine wichtige Grundlage für die Auswahl geeigneter Baumarten. Diese Erkenntnisse sollen noch stärker in die Praxis gebracht werden. Dabei geht es auch um die Frage, welche Baumarten den veränderten klimatischen Bedingungen langfristig standhalten können. Eine Zukunftshoffnung im Waldumbau liegt dabei in der Douglasie sowie anderen nicht heimischen Baumarten, die sich als besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit erweisen. Kanada ist die Heimat der Douglasie und verfügt daher über langjährige und umfassende Erfahrungen mit dieser Baumart, von denen auch die Steiermark profitieren kann. Diese Erfahrung soll noch gezielter für die Auswahl standortangepasster Baumarten und die strategische Planung zukünftiger Aufforstungen genutzt werden. Ziel ist es, den Waldumbau vorausschauend voranzutreiben und die Wälder der Steiermark widerstandsfähiger und zukunftsfit zu machen.
Aus Erfahrungen lernen, bevor sie zur Krise werden
Auch beim Borkenkäfer will Schmiedtbauer frühzeitig ansetzen. Großflächige Schadereignisse können nicht nur enorme Schäden im Wald verursachen, sondern auch die Holzversorgung und damit die gesamte regionale Wertschöpfungskette unter Druck bringen. Kanada kämpft bereits seit rund 30 Jahren mit großflächigem Käferbefall und hat in dieser Zeit umfangreiche Erfahrungen mit dessen Eindämmung gesammelt. Durch gezielte Waldverjüngung und den verstärkten Einsatz neuer, standortangepasster Baumarten konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die auch für die Steiermark von Bedeutung sind. Genau diese Erfahrungen sollen bei der Reise nach Kanada näher betrachtet und daraufhin geprüft werden, welche Ansätze sich auf die heimischen Wälder übertragen lassen.
„Wir wollen aus den Erfahrungen Kanadas lernen, bevor wir selbst vor noch größeren Herausforderungen stehen. Frühzeitige Vorsorge, ein widerstandsfähiger und aktiv bewirtschafteter Wald sowie eine starke regionale Holzwirtschaft sind für mich die entscheidenden Hebel. Unser Ziel ist, den Wald als Lebensgrundlage und als Wirtschaftsfaktor für die Steiermark langfristig zu sichern“, so Schmiedtbauer
Rückfragehinweis:
Richard Schmid | Büro Landesrätin Schmiedtbauer | Mobil: +43 676 8666 2520
Tel. +43 (316) 877 2520 | E-Mail: richard.schmid@stmk.gv.at
Graz, am 23. September 2026
Rene Kronsteiner unter Tel.: +43 (316) 877-2283, bzw. Mobil: +43 (664) 1236433 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: rene.kronsteiner@stmk.gv.at zur Verfügung.
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