Es grünt so grün
Simone Vodeb und Nico Jandl sorgen für den nicht nur weiß-grünen Blumenschmuck bei Festakten, Empfängen und in vielen Büros. Ihr Arbeitsplatz? Der sonnige Südhang zwischen Burg und Schloßberg.
Zwei ausladende Glashäuser hinter einer altehrwürdigen Zeder, davor Rosenbeete, neben denen auch Melisse und Minze wachsen und mit einem grünen Ausblick über den Burggarten, der einst nur dem Landesfürsten vorbehalten war – dieses blühende Paradies ist der Arbeitsplatz von Simone Vodeb und Nico Jandl. Die Beiden mit den grünen Daumen sind die allseits beliebten Burggärtner. Vodeb, gelernte Gärtnerin, sorgt seit 2008 für Blütenglück und Blumenschmuck, ihr Kollege Jandl ist Landschaftsgärtner und seit fünf Jahren im Landesdienst. Der Unterschied zwischen ihnen? „Blumensträuße binden ist nicht so meins“, schmunzelt Jandl.
Den Arbeitstag beginnt das Duo in den Glashäusern, einem so genannten Warm- und einem Kalthaus, oder auch in den Beeten davor bereits um 5.30 Uhr. Dort geben Natur, Kreislauf der Jahreszeiten und Zyklen von Ruhe, Wachstum und Blüte vor, was zu tun ist: Pikieren, also das Vereinzelnen von Pflanzenkeimlingen, die Pflege von Stecklingen, Aussaat und Einsetzen, Unkraut und Triebe entfernen, Gießen und Pflegen, der Kampf gegen Neophyten. „Frühjahr und Herbst, das sind unsere intensivsten Arbeitsperioden“, erzählen Simone Vodeb und Nico Jandl.
„Ein Job im Büro wäre mir zu fad, ich brauche Abwechslung, da kann ich kreativ sind. Deshalb habe ich mich entschieden, Gärtnerin zu werden“, schildert Vodeb auf einem Rundgang entlang der Orangerie, heute Veranstaltungsort, bis vor 20 Jahren noch für Pflanzen genützt. Ihr Kollege Jandl wiederum wurde von einer kleinen Landwirtschaft im Familienumfeld zur Berufswahl inspiriert. Ob es denn so etwas wie einen grünen Daumen gibt? Vodeb und Jandl wollen nicht ganz abstreiten, dass es auch „ein bisschen Talent“ braucht, dazu „den Bezug zu Pflanzen“, aber auch „den Mut zum Ausprobiere“.
„Manchmal hilft allein schon Gießen“, versichern die Burggärtner mit Blick auf „Intensivpatienten“ in ihrem Glashaus, die sie knapp vor dem Vertrocknen aus Büros gerettet haben und mühsam wieder aufpäppeln. Fast ehrfurchtgebietend wirken neben den kümmerlichen, fast blattlosen Geästen in der Akutpflege ein armdicker Ficus benjamina, vulgo Birkenfeige, und mehr noch ein überaus üppiger Bonsai, der schon einige Landeshauptleute gesehen haben dürfte – auch solche, die vor 1918 offiziell als Landesstatthalter des Kaisers dienten.
Beliefert werden aus diesem Blütenreich aber nicht nur Empfänge und festliche Anlässe im Land Steiermark mit floraler Dekoration – gerne auch in den Landesfarben Weiß und Grün. Befüllt werden regelmäßig auch bis zu 15 Vasen, die die Burg-Kantine schmücken. Und erst kürzlich, rund um die Osterzeit, haben die Burggärtner im Mausoleum das Heilige Grab mit Palmen und Lorbeer geschmückt.
Ob man denn bei all der Blütenpracht und Pflanzenvielfalt persönliche Favoriten hat? „Sicher, meine ist gerade jetzt die Magnolie“, weist Simone Vodeb auf die strahlende Erscheinung im Burggarten. Der Liebling von Nico Jandl markiert nach Größe und Selbstbewusstsein vielleicht das andere Ende der Skala – es ist der Löwenzahn, der aber in jeder Fuge Halt findet und sich zur Sonne streckt.
Graz, 16. April 2026





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