Weltwassertag: Kleine Wasserversorger sind Rückgrat der regionalen Trinkwasserversorgung in der Steiermark
Anlässlich des Weltwassertags am 22.März wird die große Bedeutung einer sicheren und regional verankerten Trinkwasserversorgung besonders sichtbar

Graz (20. 3. 2026).- In der Steiermark leisten neben Gemeinden und großen Wasserverbänden vor allem zahlreiche kleinere Wasserversorger einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung – insbesondere in ländlichen und abgelegeneren Regionen.
Aktuell gibt es in der Steiermark rund 550 Wassergenossenschaften als Körperschaften öffentlichen Rechts sowie etwa 340 privatrechtlich organisierte Wassergemeinschaften. Insgesamt existieren damit rund 890 kleine Wasserversorger, die vielerorts die Grundlage der lokalen Trinkwasserversorgung bilden. Besonders hoch ist die Zahl kleiner Wasserversorger in den ländlich geprägten Regionen der Steiermark. So entfallen etwa 270 Einrichtungen auf die Region Oststeiermark, rund 220 auf den Bezirk Liezen, jeweils etwa 120 auf die Obersteiermark West sowie auf den steirischen Zentralraum. Gerade in diesen Regionen sichern lokale Initiativen seit Jahrzehnten eine stabile und qualitativ hochwertige Wasserversorgung.
Kleine Wasserversorger sind grundsätzlich Einrichtungen mit einer durchschnittlichen täglichen Trinkwasserabgabemenge von weniger als 100 Kubikmetern oder Organisationen in Form von Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften. Häufig entstanden diese Strukturen historisch in Randlagen von Gemeinden oder in abgelegenen Siedlungsgebieten, wo eine zentrale Versorgung nur schwer umzusetzen war. In einzelnen Fällen übernehmen Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften sogar die vollständige Versorgung ganzer Gemeinden.
Rund zwölf Prozent der Haushalte versorgt
Schätzungen zufolge werden derzeit etwa sechs Prozent der steirischen Haushalte von Wassergenossenschaften versorgt. Weitere sechs Prozent beziehen ihr Trinkwasser über Wassergemeinschaften oder Einzelversorgungen. Damit stellen kleinere Versorgungsstrukturen für rund zwölf Prozent der Haushalte eine zentrale Grundlage der täglichen Trinkwasserversorgung dar.
Breites Netzwerk an Trinkwasserversorgern
Insgesamt ist die steirische Trinkwasserversorgung breit aufgestellt. Neben den kleinen Versorgern betreiben 265 Gemeinden eine eigene Wasserversorgung, darunter elf Gesellschaften und Stadtwerke. Zusätzlich gibt es 22 Wasserverbände, die teilweise als Fernversorger tätig sind. Zusammengenommen ergibt sich damit eine Struktur von rund 840 öffentlichen Wasserversorgern sowie zusätzlich etwa 340 meist kleineren privaten Wassergemeinschaften.
Zu den großen regionalen Akteuren zählen unter anderem die Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH, der Wasserverband Umland Graz, der Zentralwasserverband Hochschwab Süd, die Wasserversorgung Vulkanland sowie der Wasserverband Aichfeld-Murboden. Auch zahlreiche kommunale Versorgungsunternehmen wie die Holding Graz sowie Stadtwerke in Judenburg, Knittelfeld, Leoben, Bruck an der Mur, Kapfenberg, Trofaiach, Weiz, Gleisdorf oder Voitsberg tragen wesentlich zur sicheren Versorgung bei.
Ausbildungsinitiative stärkt kleine Wasserversorger
Die öffentliche Trinkwasserversorgung in der Steiermark erfolgt überwiegend durch größere kommunale Betreiber wie Gemeinden und Verbände, aber auch zu einem bedeutenden Teil durch kleinere, häufig genossenschaftlich organisierte Versorger. Um diese Strukturen nachhaltig zu stärken, unterstützt das Land Steiermark eine Ausbildungsinitiative für kleine Trinkwasserversorger.
„Unsere zahlreichen kleinen Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur sicheren Trinkwasserversorgung in der Steiermark. Mit gezielten Schulungen und Weiterbildungsangeboten sorgen wir dafür, dass auch diese wichtigen regionalen Strukturen dauerhaft auf einem hohen Qualitätsniveau arbeiten können”, betont Simone Schmiedtbauer, Landesrätin für Wasserwirtschaft.
Das frisch in der Regierungssitzung beschlossene Programm umfasst unter anderem Grundschulungen für Betreiber kleiner Anlagen, eine mehrtägige Ausbildung zum Wasserwart inklusive Prüfung, regionale Vernetzungstreffen, Fachinformationen sowie eine Fachveranstaltung. Zusätzlich werden eine Ansprechstelle für kleine Wasserversorger, ein Online-Anmeldetool für Schulungen und laufende Informationsangebote betreut.
Die Gesamtkosten der Ausbildungsinitiative betragen 67.046 Euro. Finanziert wird das Programm durch Beiträge der teilnehmenden Wasserversorger sowie durch eine Förderung des Landes Steiermark in Höhe von 46.260 Euro. „Die qualitätsgesicherte Trinkwasserversorgung ist eine zentrale Leistung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gerade kleinere Versorger profitieren von praxisnaher Ausbildung, fachlicher Vernetzung und aktuellen Informationen. Deshalb unterstützen wir unsere kleineren Wasserversorger mit gezielten Ausbildungs- und Betreuungsangeboten”, so Schmiedtbauer.
Gerade am Weltwassertag wird deutlich: Die sichere Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser ist das Ergebnis des Zusammenspiels vieler Akteure – von großen Verbänden bis hin zu engagierten Wassergenossenschaften vor Ort. Ihr Einsatz sorgt dafür, dass auch abgelegene Siedlungen zuverlässig mit der wichtigsten Ressource des Lebens versorgt werden.
Rückfragehinweis:
Maximilian Gutjahr | Büro Landesrätin Schmiedtbauer | Mobil: +43 676 8666 4105
Tel. +43 (316) 877 4105 | E-Mail: maximilian.gutjahr@stmk.gv.at
Graz, am 20. März 2026
Thomas Bauer unter Tel.: +43 (316) 877-5854, bzw. Mobil: +43 (676) 86665854 und Fax: +43 (316) 877-2294 oder E-Mail: thomas.bauer@stmk.gv.at zur Verfügung.
A-8011 Graz - Hofgasse 16 - Datenschutz
