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„Die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse - ein Mehrwert für Europa“

Weiß-grüner Schulterschluss im Vorfeld des EU-Verkehrsministerrates in Graz:

Schulterschluss für die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse: Benedikt Bittmann, Alfred Nagelschmied, Gernot Acko, LAbg. Helga Ahrer, LH Hermann Schützenhöfer, LH-Stv. Michael Schickhofer, LR Anton Lang, Franz Kainersdorfer (v.l.) © Bild: Land Steiermark/Gründl; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Schulterschluss für die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse: Benedikt Bittmann, Alfred Nagelschmied, Gernot Acko, LAbg. Helga Ahrer, LH Hermann Schützenhöfer, LH-Stv. Michael Schickhofer, LR Anton Lang, Franz Kainersdorfer (v.l.)
© Bild: Land Steiermark/Gründl; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Die Steiermark setzt sich gemeinsam mit Kärnten, Salzburg und Oberösterreich dafür ein, dass die Tauern-Phyrn/Schoberachse in das Transeuropäische Kernnetz aufgenommen wird. © Bild: steiermark.at/Streibl; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Die Steiermark setzt sich gemeinsam mit Kärnten, Salzburg und Oberösterreich dafür ein, dass die Tauern-Phyrn/Schoberachse in das Transeuropäische Kernnetz aufgenommen wird.
© Bild: steiermark.at/Streibl; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (25. Oktober 2018).- Im Vorfeld des informellen EU-Verkehrsministerrates setzten sich heute in Graz die Landesregierung sowie steirische Sozialpartner in einem gemeinsamen Schulterschluss für eine rasche Eingliederung der wichtigen Nord-Süd-Eisenbahnachse über die Phyrn- und Schoberstrecke in das Transeuropäische Kernnetz ein.

Die Eisenbahnachse über die Pyhrn- und Schoberstrecke ist für das Bundesland Steiermark die wichtigste Verbindung in den oberösterreichischen Zentralraum und weiterführend in die bedeutenden deutschen Wirtschaftszentren sowie zu den nordwesteuropäischen Häfen. Seit Jahren haben das Land Steiermark und die steirischen Sozialpartner das gemeinsame Ziel, diese internationale Eisenbahnverbindung in das Transeuropäische Kernnetz (TEN-T-Kernnetz) einzugliedern. Die Revision des TEN-T steht vor der Tür und mit den bisher erarbeiteten Argumenten bietet sich die große Chance, einen wesentlichen Schritt in diese Richtung zu gehen. Im aktuellen TEN-T-Kernnetz fehlt im ostalpinen Bereich eine direkte alpenquerende Kernnetz-Verbindung zwischen dem Südosten Europas und den Zentralräumen der EU. Dieser notwendige Netzschluss könnte über die südlichen (Steiermark und Kärnten) und nördlichen (Oberösterreich und Salzburg) Bundesländer Österreichs führend hergestellt werden. Da die Tauernachse zwischen München und Ljubljana für den schweren Güterverkehr zu steil ist (nur Personenverkehr und leichter Güterverkehr möglich), bietet sich die schon im Bestand wesentlich flachere Pyhrn/Schober-Achse an – Ziel sei daher eine Funktionsteilung der beiden Achsen.

Im Vorfeld des informellen EU-Verkehrsministerrates, der demnächst in Graz stattfinden wird, haben LH Hermann Schützenhöfer, LH-Stv. Michael Schickhofer und Verkehrslandesrat Anton Lang heute (25.10.2018) im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz gemeinsam mit steirischen Sozialpartnern, vertreten durch Gernot Acko (Vizepräsident der steirischen Arbeiterkammer), Benedikt Bittmann (Vizepräsident der steirischen Wirtschaftskammer), Franz Kainersdorfer (Vizepräsident der steirischen Industriellenvereinigung) und Helga Ahrer (stv. Vorsitzende des ÖGB Steiermark) einmal mehr die Wichtigkeit dieses Vorhabens betont.

Statements:
„Die Tauern-Phyrn/Schober-Achse ist eine starke europäische Antwort auf die globalen Herausforderungen. Als Teil der Hamburg-Koper-Verbindung würden sich damit für das Exportland Steiermark neue Chancen mit Arbeitsplätzen für die Steirerinnen und Steirer erschließen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Klimawandel. Tag für Tag sehen wir seine Auswirkungen, umso drängender ist es, den Güterverkehr so weit wie möglich auf die Schiene zu verlagern. Es freut mich, dass es uns gelungen ist, dass Österreich hier - auch mit Unterstützung der Bundesregierung und Minister Hofer - geschlossen auftritt.“ (LH Hermann Schützenhöfer)

„Wir brauchen weitere Impulse für Wachstum und Beschäftigung in allen Teilen der Steiermark. Die Aufwertung der Pyhrn-Schober-Achse ist vor allem für die Obersteiermark eine einzigartige Chance, um die ganze Region und tausende Jobs in der Industrie für Jahrzehnte abzusichern.“ (Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer)

„Das gemeinsam im Interesse des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Steiermark erkämpfte Jahrhundert-Projekt ,Baltisch-Adriatischer Korridor mit Koralmbahn und Semmering-Basistunnel‘ ist bereits auf Schiene, jetzt geht es darum, mit dem gleichen Einsatz dafür zu sorgen, dass auch unser nächstes großes Ziel, nämlich die Aufnahme der Tauern-Phyrn/Schober-Achse in das künftige transeuropäische Kernnetz, erreicht wird.“ (Verkehrslandesrat Anton Lang).

„Die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse erfüllt alle Kriterien für eine Aufnahme in das transeuropäische Kernnetz. Die Stärkung des Schienenverkehrs und die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene entspricht den verkehrs- und umweltpolitischen Zielen der EU.“ (Alfred Nagelschmied, Landesverkehrsabteilung)

„Neben der überregionalen und internationalen Bedeutung der Tauern-Pyhrn/Schober-Achse nutzt der Ausbau der Schieneninfrastruktur auch der Verbesserung des regionalen Personenverkehrs in der Obersteiermark.“ (Gernot Acko, Vizepräsident der Arbeiterkammer Steiermark).

„Die Pyhrnachse beziehungsweise die Nord-Süd-Verbindung in Österreich gilt seit Jahrzehnten als Flaschenhals der Eisenbahninfrastruktur und der Güterlogistik. Das gilt insbesondere für den Bosruck-Eisenbahntunnel, der dringendst neu zu trassieren und zu bauen wäre. Es besteht nun die Chance, diese Barriere gemeinsam mit der Tauernachse zu durchbrechen und mit der Integration ins Kernnetz der transeuropäischen Eisenbahnverbindungen in die nationalen Investitionsprioritäten des BMVIT und den ÖBB zu heben. Zudem ist die Weiterführung dieser Achse in den Balkanraum und damit eine Anknüpfung an die Südroute der neuen Seidenstraße und die Wachstumsmärkte in Asien aus Sicht der Wirtschaft dringendst anzustreben. Hier braucht es eine entsprechende Priorisierung des Projekts in Österreich.“ (Benedikt Bittmann, Vize-Präsident WKO Steiermark)

„Im globalen Wirtschaftssystem nehmen die Güterströme zwischen Ländern und Kontinenten zu. Nachhaltig erfolgreiche Standorte müssen zur wettbewerbsfähigen Abwicklung ihrer Güterströme in diese Transport-Korridore eingebunden sein. Die Integration der Pyhrn-Schober-Achse in das transeuropäische Kernnetz ist daher für die Steiermark essentiell.“ (Franz Kainersdorfer, Vizepräsident IV-Steiermark)

„Die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse schafft eine bessere Verbindung der Steiermark mit Oberösterreich und Deutschland. Der ÖGB befürwortet diesen notwendigen Netzschluss, der dem Güterverkehr wie auch dem Personenverkehr zugutekommen und darüber hinaus auch steirische Arbeitsplätze schaffen und erhalten soll.“ (stv. ÖGB-Vorsitzende Helga Ahrer).

Hintergrund-Info:
Im Jahr 2011 wurde von der Europäischen Kommission der Vorschlag für das Transeuropäische Kernnetz für den Verkehr (TEN‑T) präsentiert und mit der Festlegung des Baltisch-Adriatischen Korridors steirischen Eisenbahnstrecken erstmals höchste europäische Bedeutung zuerkannt. Viele Stakeholder auf steirischer, österreichischer und europäischer Ebene haben dazu beigetragen. Die Jahrhundertprojekte Koralmbahn und Semmering-Basistunnel sind Herzstücke dieses Korridors und bereits voll in der Realisierungsphase. Mit dem für 2013 bevorstehenden Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union war jedoch klar, dass das präsentierte Kernnetz in Richtung Südosteuropa unvollständig war. In diesem Sinne hat sich aus der für den Baltisch-Adriatischen Korridor erfolgreichen Bundesländer-Allianz zwischen Kärnten und Steiermark eine Allianz der vier Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und Steiermark gebildet. In diesem Rahmen wurden unter Zuhilfenahme von internationalen Experten Argumente gesammelt, um die Tauern-Pyhrn/Schober-Achse ebenfalls im TEN-T-Kernnetz verankern zu können. Bis zum Zeitpunkt des Beitritts Kroatiens ist dies leider nicht gelungen. Nun steht die Revision der TEN-T Leitlinien und damit des TEN-T Kernnetzes vor der Tür und es bietet sich erneut die Chance, die für die Steiermark so wichtige Eisenbahnstrecke über den Pyhrn in das höchstrangige europäische Verkehrsnetz zu integrieren. Die Argumente dafür sind gesammelt und erneut aufbereitet. Das Land Steiermark und die steirischen Sozialpartner kämpfen daher gemeinsam mit den drei anderen Bundesländern und deren Vertreter der Sozialpartner für die Aufnahme der Tauern-Pyhrn/Schober-Achse in das Kernnetz. 

Mit 2025 beziehungsweise 2026 sind die Jahrhundertprojekte und Schlüsselprojekte des Baltisch-Adriatischen Korridors – nämlich Koralmbahn und Semmering-Basistunnel – fertiggestellt. Damit entspricht das steirische Eisenbahnnetz grundsätzlich auch den Zielen des ÖBB-Zielnetzes 2025+. Um jedoch die Ziele der Europäischen Kommission, des Bundes und der Steiermark in Punkto Mobilität und Klimaschutz wesentlich weiter zu bringen, ist eine weitere Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene dringend erforderlich. Deshalb besteht über die Fertigstellung der beiden Großprojekte hinaus weiterer Bedarf an Ausbaumaßnahmen im steirischen Schienennetz.

Weiter Infos sind im Externe Verknüpfung Folder zu finden.

Graz, am 25. Oktober 2018

Für Rückfragen steht Ihnen als Verfasser bzw. Bearbeiter dieser Information:
Martin Schemeth unter Tel.: +43 (316) 877-4204, bzw. Mobil: +43 (676) 86664204 
 und Fax: +43 (316) 877-3188  oder E-Mail: martin.schemeth@stmk.gv.at 
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