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Media-Analyse - Ohne Smartphone geht gar nix mehr...

Medienexperte Peter Plaikner zu den jüngsten Medientrends:

Peter Plaikner präsentierte die jüngsten Medientrends. 
Peter Plaikner präsentierte die jüngsten Medientrends.
Zum zehnten Mal wurde die Media-Analyse im Medienzentrum Steiermark vorgestellt. 
Zum zehnten Mal wurde die Media-Analyse im Medienzentrum Steiermark vorgestellt.
Peter Plaikner: "Die große Herauforderung: Wie bringt man Inhalte auf kleine Bildschirme?!" © alle Bilder: steiermark.at/Jantscher; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Peter Plaikner: "Die große Herauforderung: Wie bringt man Inhalte auf kleine Bildschirme?!"
© alle Bilder: steiermark.at/Jantscher; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (7. April 2017).- Gestern Abend (7.4.) war der Tiroler Kommunikations- und Medienexperte Peter Plaikner auf Einladung des Referats „Kommunikation Land Steiermark“ im Medienzentrum Steiermark zu Gast. Plaikner präsentierte bereits zum zehnten Mal die aktuellsten Entwicklungen am österreichischen und steirischen Medienmarkt an Hand der neusten Media-Analyse und weiterer verfügbarer Daten und diskutierte diese mit den Gästen aus der steirischen Kommunikations- und Medienszene.

Plaikner verwies besonders auf den rasanten Anstieg der Internet-Nutzung über das Smartphone. Laut den Februar-Daten der Österreichischen Web-Analyse 2017 erfolgte bereits 62,5 Prozent der Internetnutzung mit mobilen Endgeräten, nach 50,7 Prozent vor einem Jahr. Zudem zeige die Media-Analyse 2016, dass 66,1 Prozent der Über-14-jährigen Österreicherinnen und Österreicher in den letzten vier Wochen das Internet über ein Handy oder ein Smartphone genutzt habe. „Das ist die große Herauforderung für alle Medienmacher: Wie übersetze ich meine Inhalte und bringe sie in Formate für diese relativ kleinen Bildschirme“, erklärte Plaikner.

Plaikner thematisierte auch die Frage des Vertrauens in Medien und Institutionen – ein Aspekt, der im vergangenen Jahr auf Grund internationaler Entwicklungen immer wichtiger wird. Vertrauen und Glaubwürdigkeit seien gerade auch für klassische Medien die wichtigste Währung. An Hand aktueller Daten der Eurobarometer-Befragung verwies Plaikner darauf, dass – trotz wachsender Kritik und steigenden Diskussionsfällen – Österreich in der Vertrauensfrage relativ gut liege. Vom negativen Gesamttrend in der Vertrauensfrage sei auch Österreich betroffen, aber: „Die Grundlage ist in Österreich wesentlich besser als im EU-Schnitt und in vergleichbaren Staaten. Uns geht es also vergleichsweise gut.“ Im Bereich der Social-Media-Nutzung beziehungsweise bei der Beteiligung an Foren sei Österreich gar Europameister, was Plaikner auf die hierzulande sehr ausgeprägte Möglichkeit, bei Medien online Kommentare zu hinterlassen, zurückführt. „Immer stärker werden diese Foren von den Medienhäusern auch moderiert angeboten. Klar muss allen aber auch sein: Ein Geschäftsmodell zu dieser Form der Interaktivität hat niemand außer Facebook“, so Plaikner.

Beinahe „business as usual“ konstatiert Plaikner im Printbereich, wo es im vergangenen Jahr österreichweit zu keinen signifikanten Änderungen der Reichweiten gekommen sei. Am steirischen Markt verfestigt sich in der Tageszeitungs-Reichweite der Vorsprung der „Kleinen Zeitung“ mit 51,6 Prozent Reichweite gegenüber der „Steirerkrone“, die mit 34 Prozent auf Platz zwei liegt. Das frühere Duell der beiden Zeitungen sei daher weitgehend entschieden, Plaikner erklärt sich den Erfolg der Kleinen Zeitung besonders mit dem Fokus auf die die regionale Berichterstattung. Diese entspreche auch dem aktuellen Mega-Trend hin zu den Themen „Heimat“ und „ländliche Idylle“. „Nach den beiden ,Großen‘ kommt lange nichts, keine andere Tageszeitung erreicht in der Steiermark fünf Prozent Reichweite", betont Plaikner. 

Mehr Bewegung sieht Plaikner im Magazin-Bereich, wo der Markt durch die vielen Special-Interest-Produkte mittlerweile ziemlich ausgereizt sei. Die spannendste Frage: „Schafft – der in der Steiermark nicht unbekannte – Medienmanager Horst Pirker mit der News-Gruppe den Turnaround?“ Plaikner ist skeptisch und diagnostiziert neben den strukturellen Problemen am Magazin-Markt vor allen auch ein Fehlen des Investigativ-Journalismus. Gerade „News“ habe lange Zeit von seinen „Aufdeckern“ Alfred Worm und Kurt Kuch profitiert.

Im Bereich der Radios gibt es erstmals eine Bestandsaufnahme nach dem letztjährigen Manipulationsskandal beim Radiotest. Weiterhin dominant sind die Radioprgramme des ORF: In der Steiermark liegen die ORF-Radios mit Tagesreichweiten von insgesamt 73,3 Prozent bei allen Über-Zehnjährigen. Bei den Marktanteilen unter den 14- bis 49-Jährigen halten die ORF-Radios bei 54 Prozent. Die Antenne Steiermark, weiterhin klar das erfolgreichste Privatradio Österreichs, wie Plaikner betonte, hält 27 Prozent des „Kuchens“, „KroneHit“ kommt auf zehn Prozent Marktanteil. Beim Fernsehen hat sich auch der Trend der letzten Jahre fortgesetzt: Die zunehmende Fragmentierung und größere Anzahl an Angeboten führt naturgemäß dazu, dass die Marktanteile des ORF sinken. Dieser bleibt aber dennoch unumstritten Marktführer. Plaikner betonte auch – bei aller Kritik – dass die Größe und Bedeutung des ORF als Leitmedium nicht zu unterschätzen sei und man im Ausland durchaus mit Respekt auf den ORF schaue, gerade die Qualität der Informationssendungen betreffend.

Ein Interview mit Peter Plaikner finden Sie am Externe Verknüpfung Youtube-Channel des Landes Steiermark.

Graz, am 7. April 2017

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