Link zur Startseite

Einkommensstatistik 2015: So viel verdienen die Steirerinnen und Steirer

Frauen holen beim Einkommen auf

Landesstatistik-Chef Martin Mayer und LH-Stv. Michael Schickhofer sind erfreut über den Anstieg beim Einkommen von Frauen (v.r.) © Foto: steiermark.at/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Landesstatistik-Chef Martin Mayer und LH-Stv. Michael Schickhofer sind erfreut über den Anstieg beim Einkommen von Frauen (v.r.)
© Foto: steiermark.at/Streibl; bei Quellenangabe honorarfrei
Die Durchschnittseinkommen sind 2015 in der Steiermark deutlich gestiegen © Foto: pixabay.com; bei Quellenangabe honorarfrei
Die Durchschnittseinkommen sind 2015 in der Steiermark deutlich gestiegen
© Foto: pixabay.com; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (8. Februar 2017).- „Unsere Investitionen in die steirischen Regionen zeigen Wirkung. Bei Männern und Frauen gibt es nicht nur brutto, sondern netto einen Anstieg der Löhne und Gehälter. Frauen holen beim Einkommen auf. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit. Ich will aber noch mehr: Ich will 1500 Euro brutto Mindestlohn für alle Menschen in Österreich", lautet das Statement von LH-Stv. Michael Schickhofer zum neuesten Einkommensbericht der Landesstatistik. „Das durchschnittliche Nettoeinkommen für 2015 ist gegenüber 2014 um 1,6 Prozent gestiegen", nimmt Martin Mayer, Leiter des zuständigen Referats Statistik und Geoinformation der Abteilung 17, ein Faktum aus der gerade veröffentlichten Einkommensstatistik für 2015 heraus. Im Detail bedeutet das: Insgesamt konnte sowohl bei Männern als auch bei Frauen, sowohl brutto als auch netto, ein Anstieg der steirischen Gehälter im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden: Der durchschnittliche Bruttojahresbezug einer unselbständig tätigen Person - egal ob Mann oder Frau - betrug 2015 laut Lohnsteuerstatistik (unselbständiges Einkommen am Wohnort) in der Steiermark 30.063 Euro (+2,2 Prozent gegenüber 2014). Durchschnittlich verdiente ein Mann ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit jährlich in der Steiermark 36.674 Euro (+1,8 Prozent zu 2014) und eine Frau ebenso ohne Berücksichtigung von Voll- und Teilzeit jährlich 22.511 Euro brutto (+3,0 Prozent zu 2014). Das durchschnittliche Nettoeinkommen in der Steiermark stieg auf 20.695 Euro (+1,6 Prozent, insgesamt), das der Frauen auf 16.259 Euro (+2,4 Euro) und das der Männer auf 24.579 Euro (+1,2 Prozent).

Steirische Einkommen in etwa im österreichischen Durchschnitt
Im Bundesländervergleich liegt die Steiermark 2015 mit einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 30.063 Euro in etwa im österreichischen Durchschnitt von 30.520 Euro. Die höchsten Einkommen werden in Niederösterreich mit 33.561 Euro und die niedrigsten in Tirol mit 27.927 Euro erzielt. Ein Mann, der ganzjährig in Vollzeit arbeitet und genau das steirische Durchschnittseinkommen dieser Kategorie verdient, würde monatlich zwölf Mal netto 2.115 Euro sowie einen 13. Bezug in der Höhe von 2.727 Euro und einen 14. Bezug von 2.690 Euro netto ausbezahlt bekommen. Das ergäbe einen Jahresbezug von brutto 48.308 Euro beziehungsweise netto 30.803 Euro. Eine Frau, die ganzjährig in Vollzeit arbeitet und genau das steirische Durchschnittseinkommen dieser Kategorie verdient, würde monatlich zwölf Mal netto 1.748 Euro sowie einen 13. Bezug in der Höhe von 2.112 Euro und einen 14. Bezug von 2.074 Euro erhalten. Das ergäbe einen Jahresbezug von brutto 37.256 Euro beziehungsweise netto 25.165 Euro.

Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern geringer als in den Vorjahren
Die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz wird in der einschlägigen Literatur als „Gender Pay Gap" bezeichnet. Um Lohnlücken richtig errechnen zu können, müssten die erbrachten Arbeitsstunden bekannt sein. Mit der Lohnsteuerstatistik ist zumindest eine Trennung in Voll- und Teilzeit und die Berechnung eines unbereinigten Gender Pay Gap (ohne Berücksichtigung von Branche, Dauer der Firmenzugehörigkeit und Stellung im Beruf) möglich: In Vollzeit verdienen steirische Frauen netto um 20,0 Prozent weniger als steirische Männer, das bedeutet für 63,5 Prozent der unselbständig beschäftigten Frauen einen Bezug von unter 25.000 Euro brutto im Jahr. Bei den Männern waren es 34,5 Prozent mit gleichem Einkommen. Ein Jahres-Bruttoeinkommen von 100.000 Euro und mehr konnten 3,3 Prozent der Männer, aber nur 0,6 Prozent der Frauen für sich verbuchen. Die Einkommensunterschiede in Teilzeitbeschäftigungen waren gering, Frauen verdienen hier netto um 1,7 Prozent mehr als Männer.

Regional höchste Einkommen in Graz-Umgebung, Bruck-Mürzzuschlag und Leoben, Graz-Stadt nur mehr im Landesschnitt
Die höchsten durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen am Wohnort wurden innerhalb der Steiermark in den Bezirken Graz-Umgebung (34.198 Euro) und Bruck-Mürzzuschlag (31.564 Euro) erzielt. Danach folgen die Bezirke Leoben, Deutschlandsberg und Murtal. Das niedrigste Einkommen am Wohnort weist der Bezirk Murau (27.562 Euro) auf, gefolgt von Südoststeiermark (27.769 Euro), Liezen (27.773 Euro) und Hartberg-Fürstenfeld (27.916 Euro). Ohne Trennung der Einkommen in Voll- und Teilzeit verdienen die Frauen in Graz netto um 27 Prozent weniger (unbereinigter Gender Pay Gap) als die Männer, das ist der geringste geschlechtsspezifische Einkommensunterschied. Die größten Unterschiede gibt es netto ohne Trennung in Voll- und Teilzeit in Bruck-Mürzzuschlag, wo Frauen netto um 41 Prozent weniger als Männer verdienen (Steiermark: 34 Prozent). Trennt man die Einkommen aber - methodisch sinnvoll - nach ganzjährig in Vollzeit und in Teilzeit erarbeitete Bezüge, dann verringert sich der unbereinigte Gender Pay Gap wesentlich: In Murau (17 Prozent), Voitsberg (18 Prozent) sowie Graz und SO-Steiermark (je 19 Prozent) verdienen Frauen netto am geringsten weniger als Männer (Steiermark: 20 Prozent) in der Kategorie „Vollzeit u. ganzjährig beschäftigt". Die höchsten geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es in dieser Kategorie in Leoben mit netto 25 Prozent.

Steigerung der steirischen Haushaltseinkommen erhöht auch die steirische Kaufkraft
Volkswirtschaftlich betrachtet ist nicht nur das Einkommen der einzelnen Personen, sondern auch das der Haushalte für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage interessant. Trotz der Preissteigerung (VPI 2000) von 2000 bis 2015 von +34,0 Prozent konnte die Kaufkraft der Steirerinnen und Steirer erhöht werden: Das verfügbare Haushaltseinkommen betrug in der Steiermark 2015 in Summe (vorläufig) 26,785 Mrd. Euro (das waren 14,0 Prozent des österreichischen). Es stieg damit von 2000 bis 2015 um +49,7 Prozent (Österreich: +50,3 Prozent), also deutlich höher als der Inflationswert. Diese Einkommen sind also auch real - im Gegensatz zur bisherigen Entwicklung seit 2000 - deutlich gestiegen.  Das verfügbare Haushaltseinkommen in der Steiermark liegt bei 21.900 Euro pro Kopf. Die höchsten Haushaltseinkommen pro Kopf weist Vorarlberg mit 23.500 Euro auf, wobei langfristig die Einkommensunterschiede zwischen den Bundesländern geringer geworden sind. Das Brutto-Medianeinkommen am Arbeitsort (Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger) betrug für die Steiermark 2015 2.430 Euro monatlich (Jahreszwölftel; Männer 2.872 Euro, Frauen 1.833 Euro) bzw. jährlich 29.160 Euro. Damit lag die Steiermark leicht unter dem österreichischen Durchschnitt von 2.479 Euro monatlich bzw. 29.748 Euro jährlich aber nach wie vor an der guten vierten Stelle im Bundesländervergleich.

Weitere Details zum aktuellen Bericht entnehmen Sie bitte der „Externe Verknüpfung Einkommensstatistik 2015" oder im Internet auf der Homepage Externe Verknüpfung www.statistik.steiermark.at, dort unter Publikationen im Unterpunkt Steirische Statistiken.

Für weitere Informationen steht Ihnen Martin Mayer unter 0316/877-2904 oder 0676/8666-2904 gerne zur Verfügung.

Graz, am 8. Februar 2017

 

Für Rückfragen steht Ihnen als Verfasser bzw. Bearbeiter dieser Information:
Sabine Jammernegg unter Tel.: +43 (316) 877-2999, bzw. Mobil: +43 (676) 86662999 
 und Fax: +43 (316) 877-3188  oder E-Mail: sabine.jammernegg@stmk.gv.at 
zur Verfügung
A-8011 . Graz - Hofgasse 16 . DVR 0087122