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Bemalte Wandnische in der Grazer Burg entdeckt

Kleinod aus der Spätgotik freigelegt

Die Wandnische an der Grazer Burg kann vom ersten Burghof aus besichtigt werden. © Foto: Hubert Schwarz; bei Quellenangabe honorarfrei
Die Wandnische an der Grazer Burg kann vom ersten Burghof aus besichtigt werden.
© Foto: Hubert Schwarz; bei Quellenangabe honorarfrei
Die historische Nische im alten Burgtrakt © Foto: steiermark.at/Leiß; bei Quellenangabe honorarfrei
Die historische Nische im alten Burgtrakt
© Foto: steiermark.at/Leiß; bei Quellenangabe honorarfrei
Florale Motive sowie Vogelmotive schmücken die Wandnische aus der Spätgotik.  © Foto: steiermark.at/Leiß; bei Quellenangabe honorarfrei
Florale Motive sowie Vogelmotive schmücken die Wandnische aus der Spätgotik.
© Foto: steiermark.at/Leiß; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (4. November 2013).- Die geschichtsträchtige Grazer Burg ist seit Sommer letzten Jahres um einen historischen Fund reicher. Im Zuge der Fassadensanierung des alten Burgtraktes in der Grazer Burg wurde eine historisch bemalte Wandnische entdeckt, die laut Experten aus der Spätgotik stammt. Aufgrund der guten Qualität und ihrer künstlerischen und historischen Bedeutung wurde beschlossen, die Wandnische zu sanieren und weiterhin sichtbar zu belassen. „Seit kurzem sind die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen und die Wandnische kann jederzeit gerne besichtigt werden", betont Christine Klug, Leiterin der Abteilung 2 - Zentrale Dienste. Die Nische befindet sich im Bereich eines ursprünglich zweigeschoßigen, an die Stadtmauer im 15. Jahrhundert angefügten Baukörpers, welcher im 16. Jahrhundert in den Karlstrakt integriert wurde. „Der historische Fund kann vom ersten Burghof aus an der Fassade der Alten Burg besichtigt werden", so Klug.

Die mit floralen und Vogelmotiven ausgeschmückte Nische wird aufgrund ihrer Stilistik in die Spätgotik datiert. Sie fällt somit in die Regierungszeit Kaiser Friedrich III (1438 bis 1493) oder Kaiser Maximilian I (1459 bis 1519). Die hohe Qualität der Darstellung gibt einen Einblick in das Niveau der höfischen Malerei in der ehemaligen Residenz Innerösterreichs, der Grazer Burg. Da die Nische zugemauert war, ist die Malerei gut erhalten und so kann jeder Besucher einen Blick auf ein besonderes Kleinod der in der Steiermark erhaltenen Malerei aus der Zeit des Übergangs in die Neuzeit werfen. Die zirka 70 Zentimeter tiefe Nische, die sich trichterförmig verengt, hat an der Rückwand eine fensterartige Öffnung. Diese Öffnung und die Motivwahl lassen die Experten vermuten, dass es sich bei dieser Nische um eine Vogelvoliere beziehungsweise um das Ein- und Ausflugsloch für Vögel gehandelt haben könnte. Bedingt durch die späteren mehrfachen Umbauarbeiten am Gebäude konnten weitere Anhaltspunkte für diese Annahme, wie zum Beispiel Käfige und dergleichen zwar nicht mehr gefunden werden, es ist allerdings bekannt, dass sowohl Friedrich der III als auch Maximilian I der höfischen Jagd und damit der Falknerei sehr zugetan waren, die zu dieser Zeit an den Adelshöfen sehr beliebt war. Da aber Falken, abgesehen von Turmfalken, kaum in Gemäuern gehalten wurden, liegt auch die Vermutung nahe, dass die Nische möglicherweise als Voliere für – ebenfalls an mittelalterlichen Höfen gern gehaltene – Zierfasane gedient haben könnte; zumal es sich laut Auskunft eines Ornithologen bei den dargestellten Vögeln tatsächlich um Zierfasane handelt.

Im Zuge der Restaurierungen wurden die Oberflächen gereinigt, die Malschicht fixiert und die Putzsubstanz gefestigt und ergänzt. Aus statischen Gründen konnte die Vermauerung der Nische leider nicht zur Gänze entfernt werden, sondern musste in Form eines Pfeilers verbleiben. „Die Nische wurde noch mit einer Verglasung versehen, damit sie vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Eine Informationstafel mit ihrem historischen Hintergrund wird noch angebracht", ergänzt Christine Klug, die für Fragen unter der Telefonnummer 0316/877-2594 gerne zur Verfügung steht.

Graz, am 4. November 2013

 

Für Rückfragen steht Ihnen als Verfasser bzw. Bearbeiter dieser Information:
Sabine Jammernegg unter Tel.: +43 (316) 877-2999, bzw. Mobil: +43 (676) 86662999 
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