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Die Analyse zur (Media)Analyse

Medienexperte Peter Plaikner referierte und diskutierte in Graz

Peter Plaikner analysierte die Mediaanalyse. © Bilder: steiermark.at/Schuster; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Peter Plaikner analysierte die Mediaanalyse.
© Bilder: steiermark.at/Schuster; Verwendung bei Quellenangabe honorarfrei
Aktuelle Trends und Tendenzen vom Medienmarkt wurden unter die Lupe genommen. 
Aktuelle Trends und Tendenzen vom Medienmarkt wurden unter die Lupe genommen.
Das Medienzentrum Steiermark war voll besetzt. 
Das Medienzentrum Steiermark war voll besetzt.

Graz (4. April 2019).- Auf Einladung der Landeskommunikation war gestern Abend (3.4.2019) Medienexperte Peter Plaikner im voll besetzten Medienzentrum Steiermark zu Gast, um die Erkenntnisse aus der aktuellen Mediaanalyse und die neuesten Trends in der Medienlandschaft zu diskutieren. Gewohnt offen und direkt nahm sich Plaikner kein Blatt vor den Mund und konstatierte in Bezug auf die Mediaanalyse „mittlerweile extreme Verzerrungen durch die Verwechslung von Papier und Online“ und stellte die Methodik der Erhebung allgemein in Frage. Dass etwas nicht stimmen könne, zeige allein „die relativ große Volatilität bei Werten einiger Produkte, die die Mediaanalyse für 2018 ausweist“. Der Blick auf den steirischen Medienmarkt bestätigt Plaikner in seiner Skepsis: „Dass die Werte der Kleinen Zeitung nachgelassen haben, entspricht grundsätzlich auch der Erwartungshaltung des Styria-Konzerns. Man hat selbst die Zahlen in den vergangenen Jahren als ,überhitzt' eingeschätzt. Allerdings muss man das Ausmaß dieses Rückgangs bei der Kleinen Zeitung - bei gleichzeitig ganz klarer Behauptung der Spitzenposition - in der aktuellen Mediaanalyse doch sehr in Zweifel ziehen“, so Plaikner.

Die sehr guten Werte, die etwa "Der Standard" in der aktuellen Mediaanalyse erzielt, sei laut Plaikner ein Indiz für die mangelnde Methodik: „In der Wahrnehmung der Leserinnen und Leser wird die Print-Ausgabe immer mehr mit dem Online-Auftritt vermischt. So, wie die Mediaanalyse das derzeit abbildet und wo es immer öfter zum Widerspruch mit den Daten der Auflagenkontrolle kommt, kommen wir aus meiner Sicht nicht weiter. Man sollte sich Gedanken darüber machen, ob man in Zukunft nicht einfach Markenreichweiten misst“, meint Plaikner. Auch die guten Werte des „Falter“ führt Plaikner auf die enorme Online- und Social Media-Präsenz von Chefredakteur Florian Klenk zurück. Auf Österreich insgesamt bezogen betont Plaikner, dass es jedenfalls „trotz der leicht rückläufigen Tendenz im internationalen Vergleich keinen so ausgeprägten Printmedienmarkt wie den in Österreich gibt“.

Im Radiobereich herrsche relative Stabilität, „wenn man den Zahlen glaubt, gewinnen die ORF-Radios wieder leicht im Vergleich zu den Privaten“, so Plaikner. Am Fernsehmarkt setze sich zwar die langjährige Tendenz, dass der ORF Marktanteile verliere, weiter fort: „Allerdings sehr, sehr langsam und lange nicht so schnell, wie es sich einige wünschen würden. Im internationalen Vergleich hat der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender weiterhin eine sehr starke Stellung“, analysiert Plaikner.

Am Social Media-Markt nimmt Plaikner eine gewisse Stagnation – auf hohem Niveau, etwa bei Facebook – wahr. Dass in Zukunft aber immer mehr vom Werbekuchen in die sozialen Netzwerke fließen werde, zeige die Tendenz ganz klar: „Die öffentliche Hand füttert vermehrt Facebook, Twitter und Co. Derzeit gehen fünf Prozent der Werbeausgaben öffentlicher Einrichtungen an die sozialen Netzwerke, bald werden wir bei zehn Prozent sein“, ist Plaikner überzeugt. Egal auf welchen Kanälen, insgesamt nimmt Plaikner einen seit Jahren immer stärker werdenden Trend war: „Egal, ob politisch oder von Unternehmensseite, die Konsumentinnen und Konsumenten von Medien bekommen immer mehr PR und immer weniger Journalismus serviert. Die große Frage ist, zu welcher Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung das am Ende führen wird“, gibt Plaikner zu bedenken.

Graz, am 4. April 2019

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